Pfingsten bringt Ferienlaune, ursprünglich ist es aber das Fest des Heiligen Geistes, das im Stift Schlägl besinnlich begangen wird. Apropos Heiliger Geist - wer kennt das „Pfingstloch“ und was hat es damit auf sich?
Was viele als gute Gelegenheit für einen kurzen sommerlichen Urlaub sehen, hat eigentlich einen strengen religiösen Plan im Hintergrund: Pfingsten, das heute Sonntag, und morgen, Montag, begangen wird, findet genau 50 Tage nach Ostern statt, und es schließt damit den sogenannten „Osterfestkreis“.
Pfingstrose, Pfingstloch, Pfingsttaube - viele Begriffe und Bräuche ranken sich um dieses lange Wochenende.
Aber was wird eigentlich gefeiert? „Es ist das Fest des Heiligen Geistes“, erklärt Lukas Dikany, Abt des Stifts Schlägl im Mühlviertel. „Dieser wird konkret im Tun des Menschen. Seine Früchte sind Liebe, Freude, Sanftmut.“ Diese Gedanken gibt der Abt derzeit in vielen Firmungen weiter, die vor und nach Pfingsten noch bis Juli stattfinden: „Für mich ist es wunderschön, den jungen Leuten zu sagen: ,Hab’ Vertrauen, du bist nicht alleine. Gott stärkt dich durch den Heiligen Geist.‘“
Noch etwas Besonderes verbindet Abt Lukas mit dem Fest: Es ist die Farbe Rot, die ebenfalls dem Heiligen Geist zugeordnet wird. Darum ist auch das Messornat, das er nur einmal im Jahr, nämlich heute, am Pfingstsonntag, aus der Lade nimmt, aus einem dunkelroten Seidensamt angefertigt. Verziert mit einer kunstvollen Goldstickerei, wirkt es überaus kostbar: „Es ist rund 180 Jahre alt und wurde von Nonnen in spätbarocken Techniken gefertigt. Immer wenn ich es trage, habe ich das Gefühl, in die Reihe der Äbte vor mir aufgenommen zu sein. Ich werde ein Teil einer Pfingsttradition über viele Generationen hinweg.“
Die Taube beim Pfingstloch
Das wichtigste Symbol, das den Heiligen Geist anschaulich macht, aber ist die Taube. In der Kirche St. Johann am Wimberg hat es einen besonderen Platz, es deckt nämlich im Gewölbe eine Luke ab, die ins Dach führt. „Das ist ein sogenanntes Heilig-Geist-Loch,“ sagt Johannes Wohlmacher, Förster des Stifts in Schlägl, der hier als Pfarrprovisor tätig ist. Die Öffnung wird fallweise auch „Pfingstloch“ genannt, und sie hat einen praktischen Sinn. Wohlmacher: „Der Luftaustausch wird dadurch angekurbelt, was wichtig ist, damit es in der Kirche nicht muffig wird.“ Früher schwebte mancherorts durch die Luke eine Holztaube auf brave Kirchgeher herab. „Diese Heilig-Geist-Löcher im Gewölbe haben natürlich ein reges Brauchtum angeregt“, schmunzelt Wohlmacher.
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