Am 100. Tag des Angriffskrieges Russlands lief der nächste Besuch von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil in Begleitung von Landesrat Heinrich Dorner in der Westukraine an. Mit festem Handschlag bekräftigten er und Gouverneur Victor Mykyta die neue Kooperation zwischen der Region Transkarpatien und dem Burgenland. Ein Expertenforum Mitte Juni soll der Auftakt für eine enge Zusammenarbeit in Wirtschaftsfragen sein.
Für Hans Peter Doskozil und seinen Begleiterstab war es eine kurze Nacht in Kisvárda im Osten Ungarns. Nach knapp 600 Kilometern Anreise ging es Freitag zeitig in der Früh von dort weiter über den Grenzübergang Záhony in die Westukraine.
Aktuelle Hilfsmaßnahmen
Eine Blaulicht-Eskorte geleitete die pannonische Delegation direkt zum Sitz der Militärverwaltung in der Stadt Uschgorod. „Ein großer Schritt in die richtige Richtung“, sagte Victor Mykyta, Chef der Regionalregierung, zur Begrüßung. Er sprach damit die aktuellen Hilfsmaßnahmen aus dem Burgenland an, die schon erste Früchte tragen.
In freundlicher Atmosphäre wurden die Gespräche über eine effektive Zusammenarbeit fortgesetzt. „Unsere Partnerschaft mit Transkarpatien ist auf Nachhaltigkeit und langfristige Erfolge angelegt“, betonte Doskozil. Zwei konkrete Maßnahmen, die beim ersten Treffen vereinbart worden sind, konnten bereits umgesetzt werden.
In Uschgorod gut angekommen sind jene sieben Lösch- und Einsatzfahrzeuge burgenländischer Feuerwehren, die - wie berichtet - als Spende ins Krisengebiet überstellt wurden. Im Gepäck waren zusätzlich dringend benötigte medizinische Hilfsgüter.
Diese Lieferungen werden weitergehen.
Hans Peter Doskozil
Gleichzeitig finalisierten er und Mykyta die Gespräche über Sommercamps in den Ferien, die 600 ukrainischen Kindern Freude bereiten und einen Hauch von Normalität bringen sollen.
Burgenland nimmt an Wirtschaftsforum teil
In einer weiteren Etappe wird die wirtschaftliche Zusammenarbeit vertieft. Der Delegation gehören deshalb schon der Chef der Burgenland Energie, Stephan Sharma, und Weinbau-Präsident Andreas Liegenfeld an.
Für Mitte Juni wurde das Burgenland zur Teilnahme an einem Wirtschaftsforum eingeladen, bei dem sich ukrainische Unternehmen präsentieren und vernetzen. „Wir werden mit namhaften Fachleuten vertreten sein“, kündigte der Landeshauptmann an.
Hoffnung für Region
Laut Mykyta ist in der Westukraine ökonomisch ein Aufschwung zu erwarten, viele vor dem Krieg Geflüchtete wagen einen Neustart: „In dieser Region steckt viel Hoffnung.“
Aus der Westukraine berichtet Karl Grammer.
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