Den Infineon-Controllern war aufgefallen, dass der Verbrauch an Edelmetallen bei der Herstellung von Chips in den vergangenen Jahren stark angestiegen war, obwohl das Produktionsvolumen eigentlich nicht zugenommen hatte. Infineon informierte die Exekutive über diesen seltsamen "Schwund".
Metalle aus Firma geschmuggelt
Gemeinsam mit der Villacher Kripo und dem internen Sicherheitsdienst des Unternehmens konnte der Verdächtige ausgeforscht werden. Der Familienvater und Opa soll Edelmetallabfälle aus der Chip-Produktion, die eigentlich wiederverwertet hätten werden sollen, einfach eingesteckt und trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen aus der Firma geschmuggelt haben.
Die Edelmetalle verkaufte er in Kärnten an Goldhändler und erzielte so insgesamt einen Gewinn in der Höhe von stolzen 800.000 Euro! Mit dem Geld baute er seine Mineraliensammlung aus, kaufte sich seltene archäologische Fundstücke aus der Keltenzeit sowie luxuriöse Swarovski-Figuren – eine Skulptur eines fliegenden Falken etwa kostet allein schon 12.000 Euro. Diese Sammlung von Wertgegenständen sei eben seine große Leidenschaft, sagte er den Ermittlern.
Teure Autos für Söhne
Aber auch gegenüber seinen Familienmitgliedern zeigte sich der Villacher, für den die Unschuldsvermutung gilt, äußerst großzügig: So schenkte er seinen zwei Söhnen teure Autos und zahlte ihnen den Führerschein. Villachs Kripo-Chef Fritz Hanser: "Der Mann hat nach außen hin wie ein normaler Bürger, aber doch über seine Verhältnisse gelebt. Er will den Schaden wiedergutmachen. Wir ermitteln nun auch gegen die Abnehmer des Diebsgutes."
Seinen guten Job ist der Verdächtige jedenfalls los. Infineon-Sprecherin Ingrid Lawicka: "Der Mitarbeiter wurde aufgrund der Vorfälle fristlos entlassen."
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