Heimrad-Bäcker-Preis

Das Tödliche an der Sprache der NS-Zeit

Oberösterreich
14.05.2022 16:00
Nach der zweijährigen Pandemie-Pause werden am Dienstag, 17. Mai, im Linzer Stifterhaus die Heimrad-Bäcker-Preise vergeben. Insgesamt werden fünf junge Schriftsteller ausgezeichnet. Die Veranstaltung ist zugleich ein wichtiger Anlass, den fast vergessenen Heimrad Bäcker (1925–2003) wieder ins Licht zu rücken.

Heimrad Bäcker war ein oberösterreichischer Autor und Herausgeber, der seine Kunst in den Dienst der Aufarbeitung des KZ-Terrors durch die Nationalsozialisten stellte. Er sammelte und verarbeitete die entmenschlichte Sprache der NS-Beamten zu einer „nachschrift“. Seine Darstellung, wie Sprache (und damit Denken), Entwürdigung und eine Todesmaschinerie in Gang halten kann, ist ungemein aktuell. Er gründete auch die „edition neue texte“, die u. a. Jandl und Mayröcker ein Podium bot.

„Ich will Sprache erkunden“
Noch vor seinem Tod stiftete das Ehepaar Bäcker vom Erlös des Verkaufs des literarischen Nachlasses an die Österreichische Nationalbibliothek einen Literaturpreis, den Heimrad-Bäcker-Preis. Unter den fünf aktuellen Preisträgern, die ähnlich experimentell mit Wörtern umgehen wie Bäcker, ist auch die Vorarlbergerin Lisa Spalt, die in Linz lebt. „Ich versuche zu erkunden, wie Menschen mit Sprache Welt herstellen: die zerstörerischen und die Hoffnung gebenden Seiten. Der Heimrad-Bäcker-Preis bedeutet mir daher sehr viel“, sagt sie zur „Krone“.

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