Lilihill bedroht jetzt alle Verantwortlichen mit Schadenersatzklagen in irrwitziger Höhe. Die ÖVP zeigt sich unbeeindruckt und attackiert Orasch „Fantasiezahlen!“, sagen Gruber und Malle.
Jetzt wird’s lustig! Es gibt aber noch die Varianten: „Jetzt wird’s schmutzig“ und „Jetzt wird’s teuer!“ Und die Kombination aller drei. Sie erraten es sicher, es geht um den Flughafen.
Wütende Drohung
Noch-Mehrheitseigentümer Lilihill von Franz Peter Orasch lässt durch Unternehmenssprecher Gerhard Seifried eine wütende Drohung los: „Dass die Kärntner Beteiligungsverwaltung durch unrechtmäßiges Ziehen der Call Option Schadenersatzansprüche von bis zu 100 Millionen Euro bewusst in Kauf nimmt, zeigt nur, wie leichtfertig die Verantwortlichen der KBV mit öffentlichen Geldern der Kärntner umgehen. Diese Ansprüche werden auch gegen alle jene Personen geltend gemacht werden, welche die Verantwortung für das unrechtmäßige Ziehen der Call Option tragen.“
Na bumm! 100 Millionen an Schadenersatz! Wenn auch „bis zu“. Da fragen sich viele: Welche 100 Millionen hat Lilihill bisher in den Flughafen investiert?
Unbeeindruckter Landesrat
Eine Frage, die sich auch Landesrat Martin Gruber stellt, der ja für die Landesbeteiligungen zuständig ist. Gruber ist unbeeindruckt: „Drohgebärden, Fantasiezahlen und unberechtigte Anschuldigungen von Lilihill bringen uns nicht weiter. Wir müssen bei den Fakten bleiben und den Fall ordnungsgemäß in der Landesregierung behandeln.“
Aufsichtsräte involviert?
Spannend ist die Frage: Wer sind „alle jene Personen“ gegen die sich die Drohung richtet? Lilihill-Sprecher Seifried will nicht bestätigen, dass es sich unter anderen um die Aufsichtsräte handelt. Seifried: „Die Richtigen werden sich betroffen fühlen.“ Und die 100 Millionen? Seifried: „Das wurde laut Gutachten von einer führenden internationalen Steuerberatung ermittelt.“ Von allen Seiten befeuert wird die Gerüchteküche. So sei Orasch in der Aufsichtsratssitzung „hochgradig nervös“ gewesen.
Klubobmann attackiert Orasch
Der Klubobmann der ÖVP, Markus Malle, attackiert Orasch und Lilihill schärfer als sein Chef Gruber. Malle: „Fantasiezahlen kennen wir von Lilihill seit Jahren. Zuerst war von einer Investition am Airport von einer Milliarde die Rede, dann eine halbe Milliarde. Zuletzt sprach der Mehrheitseigentümer von lediglich 28 Millionen, und investiert wurden nicht mal die 18 Millionen aus dem Strategieplan. “ Malle weiter: „Die Investitionen von Lilihill laufen in Richtung null.“
Sondersitzung im Landtag
Die Freiheitlichen beantragten gestern jedenfalls eine Sondersitzung des Landtages. Parteiobmann Erwin Angerer: „Der Flughafen und die Teuerung werden unsere Schwerpunktthemen sein.“ Für ihn stelle sich die Frage, ob in einem derart vergifteten Klima das Land überhaupt weiter mit Lilihill zusammenarbeiten werde können.
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