Bei Gas-Lieferstopp

Schwaiger: „Lebensmittelproduktion ist in Gefahr“

Salzburg
04.05.2022 10:00
Niemand in Österreich weiß, ob und wie lange es mit Gas-Lieferungen aus Russland weitergeht. Diese Ungewissheit hat systemrelevante Salzburger Lebensmittelerzeuger auf den Plan gerufen. Salzburg Milch etwa sorgt mit zwei großen, angemieteten Ölkesseln vor, um im Notfall die Versorgung aufrecht erhalten zu können.

Das Gas ist bekanntlich nicht nur beim Heizen für Wohnungen von großer Bedeutung. Die Energieform spielt auch in der Lebensmittelproduktion eine gewichtige Rolle. Sollte Russlands Präsident Putin den Gashahn zudrehen, würde das auch Salzburgs Nahrungsmittelbranche unmittelbar zu spüren bekommen.

Warum, das erklärt Josef Schwaiger: „Überall dort, wo Mehl oder Milch im Einsatz sind, wird Dampf, große Hitze benötigt. Zum Pasteurisieren, Haltbarmachen. Da eignet sich nichts besser als das gut dosierbare Gas“, erklärt der Agrar-Landesrat.

Sicherheit kostet rund 80.000 Euro im Monat
„Fließt kein Gas mehr, ist die Produktion von Lebensmitteln in Gefahr. Ohne stehen gut zwei Drittel der Produktion still. Da muss man die Wahrheit ganz klar ansprechen“, erklärt Schwaiger weiters.

Dessen ist sich Salzburgs größter Milcherzeugungs- und Verarbeitungsbetrieb Salzburg Milch bewusst. Um Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, wurden zwei Ölkessel für die Standorte in der Stadt und in Lamprechtshausen angemietet: „So können wir im Notfall ohne Gas weitermachen. Diese Sicherheit kostet 80.000 Euro extra im Monat“, rechnet Andreas Gasteiger der „Krone“ vor.

Eines, sagt der Geschäftsführer, soll keinesfalls passieren: ein Tag, an dem die Produktion ausfällt. „Der Rohstoff von 2400 Bauern könnte nicht weiterverarbeitet werden. Das ist täglich eine Million Liter Milch. Und für uns rund eine Million Euro Umsatz. Der wäre verloren!“

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