Seekirchen, früher Nachmittag. Prall gefüllte Kisten mit bunt gemischten Paprikas und Zitronen stehen bereit. Daneben lockt eine Kühltruhe, gefüllt mit Waren der diversen Lebensmittelketten.
Ein typisches Angebot der Flachgauer Tafel, das in Zeiten der Preisexplosion immer mehr Menschen in Anspruch nehmen müssen, weiß Leiterin Sandra Wendlinger. „Kunden, die früher unregelmäßig kamen, wie etwa zu Ende des Monats, kommen nun jede Woche“, sagt sie. Vor allem Pensionistinnen setzen die enormen Energiepreissteigerungen und die Teuerung zu.
Seit April gibt es in Seekirchen nun eine Seniorenöffnungsstunde, so Wendlinger. Eines bringt sie ins Grübeln: die rückläufigen Lebensmittelspenden. Mit ein Grund: Die Lebensmittel-Ketten verkaufen mittlerweile ablaufende Waren zu stark reduzierten Preisen. „Für uns ist das ein großes Problem, weil weniger übrig bleibt“, so Wendlinger.
Ähnlich ist die Lage bei Tina Widmann – sie leitet den Verein Rollende Herzen, der auf Touren im Pinzgau, Pongau und Tennengau Essen an Bedürftige verteilt. Kürzlich hat sie einen Lebenmittelaufruf auf Facebook gestartet. „Bei jeder Fahrt zählen wir um rund 25 Prozent mehr Menschen, die zu den Stationen kommen“, so Widmann – 1000 Menschen werden versorgt.
Leute klopfen nach Jahren wieder um Hilfe an
Im Sozialmarkt soma in der Salzburger Plainstraße kann man sich über zu wenig Essen nicht beklagen. Aber: „Leute, die drei Jahre nicht hier waren, kommen jetzt wieder zu uns“, sagt Vorstandsmitglied Elisabeth Dank. Die Lage der Tafeln in St. Michael und Tamsweg ist ähnlich: „Es zieht etwas an. Es kommen Leute, die bisher noch nie gekommen sind“, so Leiter Erich Thell.
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