31.01.2005 14:54 |

Gänsehaut-Faktor

Project Zero II: Crimson Butterfly

Mit Horror-Games ist es wie mit Horror-Filmen – die Special Effects sind oft gut gemacht, aber Angst jagt einem der fünfhundertste Zombie sicher keine mehr ein. Ähnlich wie der japanische Horrorfilm „The Ring“ vermag das Grusel-Game „Project Zero II“ dem Spieler gekonnt, echte Gänsehaut auf den Rücken zu treiben. Nach dem PS2-Release vor fast einem Jahr kommt das Horror-Game als „Director’s Cut“ jetzt auch auf die Xbox.
Die Handlung des Spiels setzt rund 30 Jahrevor den Ereignissen des ersten Teils ein. Die beiden jugendlichenZwillingsschwestern Mio und Mayu sitzen an einem klaren Teichmitten im Wald, als Mayo plötzlich von einem Schmetterlingwie unter Hypnose in den Wald geführt wird, Mio folgt ihr.Mitten zwischen den Bäumen finden sie ein verfluchtes Dorf,von dem die Legenden erzählen. Schon im ersten Haus, dasdie Geschwister betreten, lauern Geister auf die Mädchen,die durch gekonnte Kamera-Führung so überraschend insBild gerückt werden, dass man einfach Angst bekommen muss.Hier wird gekonnt mit allen Tricks des Horror-Films gearbeitet.
 
Der Spieler steuert die Horror-Schwestern abwechselndurch die Szenen. Relativ schnell ist die einzige und ungewöhnlicheWaffe gefunden - die "Kamera Obscura" mit der die Geister unschädlichgemacht werden können. Anders als bei "Devil May Cry", "SilentHill" und anderen Genre-Games geht es bei "Project Zero" nichtums Abschlachten von Untoten. Hier spritzt kaum Blut, vielmehrrennen die Seelen und Gespenster Horrorfilm-tauglich durchs Bildund erzeugen Herzrasen und Panikattacken. Herzkranke und andereschwache Gemüter sollten daher lieber die Finger davon lassen
 
Die Rätsel im Spiel sind nicht allzu schwer,oft muss man aber etwas öfter ausprobieren, bis es auch funktioniert.Ärgerlich wie bei anderen Adventure-Games auch: Gespeichertwird nur nach jedem Spielabschnitt. Sterben die Heldinnen, oderhat man keine Lust weiterzuspielen, muss man oft wieder von vornebeginnen. Langweilig wird das Spiel in den rund 12-15 StundenDurchspielzeit trotzdem nie.
 
Grafisch setzt die Xbox-Version noch eines draufund präsentiert makellos-schöne Umgebungen, gruseligeEffekte und tollen Dolby-Surround-Sound. Erstmals kann man aufder Xbox auch direkt in die Protagonistinnen hineinschlüpfenund aus der Ego-Perspektive spielen, was ein noch tieferes Eintauchenin die Atmosphäre erlaubt. Spielerisch wäre das abernicht notwendig gewesen. Einen kleinen Gag haben sich die Entwicklernoch einfallen lassen: Hat man das Spiel durchgespielt, kann mandie Zwillinge neu einkleiden - unter anderem mit Bikinis.
 
Fazit: Schließe deine Türe gutab, stecke das Telefon aus und schließe die Vorhänge.Kaum ein anderes Spiel vermag mit filmreifen Tricks eine derartgruselige Atmosphäre zu schaffen. Eine gute Story, nichtallzu schwere Rätsel und hervorragende Grafik sorgen fürdas reinste Horror-Vergnügen.
 
Plattform: Xbox, (PS2)
Publisher: Tecmo
Krone.at-Wertung:90%
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