Nachdem mehrere europäische Staaten in einer gemeinsamen Erklärung behauptet hatten, Regimekritiker Alexej Nawalny sei durch eine Attacke mit Pfeilgift ermordet worden, folgte am Montag der scharfe Konter aus Moskau.
Wladimir Putins Sprecher Dmitri Peskow polterte aus dem Kreml: „Natürlich akzeptieren wir solche Anschuldigungen nicht. Wir halten sie für voreingenommen, unbegründet und weisen sie entschieden zurück.“
Nawalnys Mutter fordert Gerechtigkeit für ihren Sohn
Nawalnys Mutter forderte indes „Gerechtigkeit“ für ihren Sohn. „Wir wussten, dass unser Sohn nicht einfach im Gefängnis gestorben ist, er wurde ermordet“, sagte Ljudmila Nawalnaja am Montag in Moskau.
Offenbar Pfeilgift in Nawalnys Leichnam nachgewiesen
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden und die Niederlande hatten am Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es, Wissenschafter hätten „schlüssig“ den Giftstoff Epibatidin in Proben des Leichnams von Nawalny nachgewiesen. Das hochgiftige Sekret kommt in der Natur in südamerikanischen Pfeilgiftfröschen vor. Der Putin-Gegner Nawalny war vor zwei Jahren in einem sibirischen Straflager gestorben.
„Ich denke, es wird einige Zeit dauern, aber wir werden herausfinden, wer es getan hat. Natürlich wollen wir, dass das in unserem Land geschieht, und wir wollen, dass die Gerechtigkeit siegt“, sagte Nawalnys Mutter am zweiten Jahrestag des Todes ihres Sohnes in Moskau zu Reportern. „Ich habe bereits gesagt, dass diejenigen, die diesen Befehl gegeben haben, der ganzen Welt bekannt sind; ich wiederhole es nur. Und wir wollen, dass alle, die daran beteiligt waren, identifiziert werden.“
Trauer an Nawalnys Grab in Moskau
Dutzende Menschen versammelten sich am Montag am Grab Nawalnys, der ein entschiedener Gegner von Machthaber Wladimir Putin war. Nawalny war am 16. Februar 2024 im Alter von 47 Jahren unter unklaren Umständen im Gefängnis gestorben. Deutschland, Großbritannien, Schweden, Frankreich und die Niederlande beschuldigten Russland am Samstag, ihn mit einem seltenen Toxin „vergiftet“ zu haben.
Auch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger von den NEOS würdigte Nawalny, indem sie ein Foto mit seinem Porträt an der Mauer des Palais Schwarzenberg hinter dem Wiener Heldendenkmal der Roten Armee auf X postete. „Vor zwei Jahren starb Alexej Nawalny in Gefangenschaft. Nun ist klar: er wurde vergiftet. Jahre zuvor hatte er einen Giftanschlag knapp überlebt. Wir sehen in Russland ein System, das Kritiker systematisch zum Schweigen bringt. Nawalny stand für Mut, für Wahrheit und für den unerschütterlichen Glauben an ein besseres Russland“, schrieb sie.
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