Sand im Magen

Neuseeland: Pinguin knabbert nach OP an Eisstücken

Ausland
25.06.2011 10:59
Sein Ausflug nach Neuseeland ist ihm schlecht bekommen, nach einer Behandlung scheint es dem Pinguin, der sich nach seiner 3.000 Kilometer langen Seereise an einen Strand der Insel verirrt hat, aber wieder besserzugehen. Sand in seinem Schlund und Magen sei herausgespült worden, berichtete die Zeitung "Dominion Post" am Samstag. Der Zustand des Kaiserpinguins, dem neuseeländische Medien mittlerweile den Spitznamen "Luckyfeet" gegeben haben, sei ernst, aber stabil.

Der Kaiserpinguin (im Bild mit Tierärzten) war am Freitag ins künstliche Koma versetzt worden, habe aber mittlerweile zwei Eingriffe überstanden und knabbere jetzt in einem klimatisierten Raum an Eisstückchen, hieß es bei der "Dominion Post". Nach Angaben des Zoos in Wellington werde ihm nun eine Pause gegönnt. Luckyfeet habe aber immer noch viel Sand im Bauch. Möglicherweise erfolge am Montag eine weitere Magenspülung. 

Das 27 Kilogramm schwere Tier hatte am Strand Sand gefuttert - wahrscheinlich in dem Irrglauben, er stehe wie zu Hause auf Schnee. Das könnte ihm zum Verhängnis werden, fürchten Experten. "Es steht fifty-fifty, ob Luckyfeet überlebt", sagte die Leiterin der Veterinärabteilung des Zoos, Lisa Argilla, vor den Eingriffen zu Reportern. Der Pinguin hatte nach Angaben der Tierärzte zu wenig getrunken und war daher überhitzt. Außerdem dürfte er bereits sehr lange keine Nahrung zu sich genommen haben.

Ob er ein Männchen oder Weibchen ist, ist noch nicht bekannt. Auch wieso er sich an die Kapiti-Küste verirrt hat, ist unklar. So etwas passiert äußerst selten, zuletzt war dies im Jahr 1967 der Fall.

Plötzlich am Stand aufgetaucht
Luckyfeet war am Dienstag plötzlich am Strand rund 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Wellington aufgetaucht (siehe Infobox). Scharen von Schaulustigen tauchten auf, doch Freiwillige sperrten den Strand ab, um den Pinguin nicht zu erschrecken. Die Tier- und Umweltschutzbehörde beobachtete und filmte den Pinguin, wollte ihn aber in Ruhe lassen.

Den Pinguin in die Antarktis zurückzubringen, ist im antarktischen Winter praktisch unmöglich. Außerdem könnte das Tier seine dort isoliert lebenden Artgenossen mit Krankheitskeimen anstecken, die er auf der langen Reise eingesammelt haben könnte.

Neuseeland zu warm für Pinguine
Für den Pinguin ist es in Neuseeland eigentlich viel zu warm. Tierschützer hatten ihm in den vergangenen Tagen schon ein Schattendach am Strand gebaut. Wenn Pinguinen zu Hause in der Antarktis warm wird, fressen sie Schnee, um sich abzukühlen. Es könnte daher sein, dass Luckyfeet den weißen Sand für Schnee hielt und ihn deshalb schluckte. Befürchtet wird auch, dass der Pinguin mit dem Sand etwas anderes verschluckt haben könnte, das ihm nun schwer im Magen liegt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
25.06.2011 10:59
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung