Drama bei Hartberg

Oststeirer (76) soll seine Frau im Bett erschossen haben

Steiermark
24.06.2011 15:32
Eine blutige Familientragödie hat sich am Donnerstagabend in Buch-Geiseldorf im steirischen Bezirk Hartberg abgespielt: Die Polizei fand eine mit einem Kleinkalibergewehr erschossene 72-jährige Frau tot in ihrem Bett. Ihr 76 Jahre alter Ehemann, der mit einer Schussverletzung ins Spital gebracht wurde, behauptete gegenüber der Tochter des Paares, seine Gattin hätte auf ihn gefeuert. Die Polizei geht mittlerweile allerdings davon aus, dass der Mann seine Ehefrau erschossen hat. Er wurde wegen Mordverdachts festgenommen.

Was sich genau auf dem kleinen Anwesen in Geiseldorf ereignet hat, ist noch unklar. Die Tochter des Paares hatte das Rote Kreuz verständigt, nachdem sie spätabends von ihrem Vater vom Tod der Mutter erfahren hatte. Die Sanitäter alarmierten daraufhin sofort die Polizei, die die 72-Jährige in ihrem Haus tot im Bett vorfand. Im Vorzimmer stellten die Beamten ein Kleinkalibergewehr sicher.

Verletzt mit Traktor zur Tochter gefahren
Seiner Tochter hatte der Mann erzählt, dass seine Frau mit einem Gewehr umhergeschossen habe, schilderte Chefermittler Anton Kiesel vom Landeskriminalamt gegenüber krone.at. Der 76-Jährige erlitt einen Streifschuss am Kopf, setzte sich aber auf einen Traktor, um zu seiner Tochter zu fahren.

Die Obduktion ergab, dass ein Gewaltverbrechen vorliegt. "Mit großer Wahrscheinlichkeit hat der Mann seine Frau getötet", erklärte Kiesel. Die 72-Jährige starb durch einen Schuss in den Nacken. Bei dem sichergestellten Gewehr vom russischen Typ TOZ des Kalibers .22 dürfte es sich um die Tatwaffe handeln. Waffenrechtliche Dokumente seien dafür nicht erforderlich, nur eine Meldung bei einem Waffenhändler.

"Er hat uns gesagt, er hat nichts gemacht"
Der verletzte 76-Jährige wurde ins Spital nach Hartberg gebracht. Der Pensionist war ansprechbar, habe aber zunächst alles abgestritten: "Er hat gesagt, er hat nichts gemacht", so Kiesel. Seine Frau habe auf ihn geschossen, dann habe er einen weiteren Schuss im Schlafzimmer gehört. Den Spuren am Tatort zufolge wurden mindestens drei Schüsse abgegeben, alle seien in eine Richtung gegangen, berichtete Major Rene Kornberger.

Eine Einvernahme des Rentners war zunächst wegen der Alkoholisierung nicht möglich gewesen. Doch aufgrund der Ermittlungsergebnisse und den Spuren am Tatort wurde der 76-Jährige wegen Mordverdachts festgenommen. Den Streifschuss am Scheitel dürfte sich der Oststeirer nach Angaben der Kriminalisten vermutlich selbst zugefügt haben. Nach der Behandlung im Krankenhaus wurde der Pensionist in die Haftanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Über ihn wurde die U-Haft verhängt.

Unklar bleibt zunächst das Motiv und auch der genaue Tathergang. Ein Verwandter des Paares erklärte, von einer Krankheit der Frau sei nichts bekannt gewesen. Das Paar habe seiner Meinung nach "ein harmonisches Verhältnis" zueinander gehabt.

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