Straßenschlachten

Unruhen in Belfast: Schüsse und Molotow-Cocktails

Ausland
22.06.2011 10:30
Im nordirischen Belfast haben sich in der Nacht auf Mittwoch zum zweiten Mal in Folge Protestanten und Katholiken schwere Straßenkämpfe geliefert. Rund 700 Menschen bewarfen sich mit Flaschen und Steinen, mehrere Schüsse fielen. Ein Fotograf geriet zwischen die Fronten und erlitt Schussverletzungen am Bein. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort, sperrte Straßen ab und setzte Wasserwerfer ein.

Die Gegner bewarfen sich auch mit Molotow-Cocktails. Zwei Männer haben dabei schwere Verbrennungen erlitten, berichtete die nordirische Polizei. Britische TV-Bilder zeigten Gruppen von maskierten Männern, die sich gegenseitig und die Polizei mit allerlei Gegenständen attackierten.

Bereits in der Nacht auf Dienstag waren in dem Viertel in Belfast, in der eine kleine Gruppe Katholiken inmitten einer hauptsächlich protestantischen Nachbarschaft wohnt, Unruhen ausgebrochen. Zwei Männer waren durch Schüsse an den Beinen verletzt worden.

Schwerste Unruhen seit Jahren
In der britischen Region Nordirland kämpfen seit Jahrzehnten gewaltbereite Protestanten, die weiterhin zum Vereinigten Königreich gehören wollen, gegen katholische Republikaner. Diese fordern, dass die Region in die unabhängige Republik Irland eingegliedert wird.

Die jüngsten Straßenkämpfe in Belfast werden von der Polizei als die schwersten seit Jahren bezeichnet. Am Vortag waren sie von der radikalen protestantischen Gruppe UVP ("Ulster Volunteer Force") begonnen worden. Politiker verurteilten die Angriffe. Es sei enttäuschend, dass der seit Jahren erfolgreich laufende Friedensprozess immer wieder von einigen wenigen gestört werde, sagte etwa der nordirische Ministerpräsident Peter Robinson.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
22.06.2011 10:30
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung