Nach der Fußach-Affäre und den Querelen innerhalb der Regio Leiblachtal nahm Rechnunghofchefin Brigitte Eggler-Bargehr dieses Mal nicht die Rolle der Aufdeckerin, sondern der Beraterin ein. Auf der Suche nach Synergieeffekten prüfte sie Aufgaben, Kosten & Co. von insgesamt sechs Bauhöfen im Vorderen Bregenzerwald - und startet gleich eine Folgeprüfung in Langen.
Genauerer Blick
Die Begeisterung über das Erscheinen von Eggler-Bargehr und ihrem Team hält sich in der Regel eher in Grenzen. Denn die Rechnungshofprüfer sind - offenbar anders als jene beim Wirtschaftsbund - bekannt dafür, die Akten auf Punkt und Beistrich zu prüfen. Umso überraschender ist wohl die Tatsache, dass sich Hittisau in die Bauhof-Prüfung hinein reklamierte. Doch deren Bürgermeister wollte offenbar auch von der Beraterleistung profitieren.
Eine Empfehlung für alle sechs Gemeinden auszusprechen, sollte sich allerdings als schwerer erweisen wie angenommen - zu unterschiedlich sind die Aufgaben, die die jeweiligen Gemeinde-Bauhöfe übernehmen. Hittisau etwa betreut ein Schwimmbad, einen Skilift und Langlaufloipen. In der Gemeinde Langen hingegen werden - untypisch für einen Bauhof - sehr viele Leistungen im Bereich Hoch- und Tiefbau erbracht. Eine Sache, die Eggler-Bargehr etwas seltsam vorkam - sie startete sogleich mit einer Folgeprüfung.
Ob auch der angekündigte Rücktritt von Bürgermeister Josef Kirchmann - er musste sich unlängst Diskussionen stellen, in denen es um Aufträge der Gemeinde an sein Unternehmen, das u. a. Grabungsarbeiten durchführt, ging - mit der Prüfung zu tun hat, wollte Eggler-Bargehr nicht beantworten. „Wenn ein Bürgermeister ein Tiefbauunternehmen hat, muss man sich das genauer anschauen. Das muss aber nicht bedeuten, dass etwas nicht in Ordnung ist“, betonte sie.
Was nun die Synergieeffekte der Bauhöfe angehe, müsse es zunächst mehr Transparenz bei Kosten und Leistungen geben sowie einheitliche Arbeitszeiten und Entlohnung. „Das wären die Grundlagen, um fundiert zu entscheiden, ob Aufgaben gemeinsam übernommen werden sollten.“
Sparpotenzial
Doch auch ohne konkrete Zahlen sieht die Rechnungshofchefin Sparpotenzial. „In Bereichen Trinkwasser, Abwasser und Gebäudetechnik lassen sich sicher Synergien ausloten und nutzen.“ Positiv sei in jedem Fall die „große Bereitschaft zur Zusammenarbeit“. Mit der gemeinsamen Finanzverwaltung wäre bereits ein erster großer Schritt in Sachen Effizienz gesetzt worden.
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