Immer mehr Mobilfunk

Wenn dem Fernsehen die Frequenzen ausgehen

Medien
22.04.2022 13:54

Rundfunk und Kultur kämpfen um wichtige UHF-Frequenzen, die nicht an Mobilfunkbetreiber gehen sollen - und appellieren jetzt an die Politik.

Die politische Meinungsbildung für die Weltfunkkonferenz 2023 ist nun auch in Österreich voll angelaufen. Dort wird etwa über die künftige Nutzung des Frequenzspektrums im Bereich von 470 bis 694 MHz, das sogenannte UHF-Spektrum, über 2030 hinaus entschieden werden. Dieser Frequenzbereich ist der verbliebene Rest des UHF-Spektrums, in dem das terrestrische Fernsehen verbreitet wird sowie Theater, Opernhäuser und Veranstaltungsbühnen drahtlose Funkmikrofone und andere PMSE-Produktionsmittel einsetzen können. Seit 60 Jahren nutzen Rundfunk und Kultur eben jenes effizient und störungsfrei.

Mobilfunk würde TV-Funk verdrängen
Für die weitere Aufteilung dieses Spektrums für zusätzliche Nutzungsszenarien wie den Mobilfunk ist langfristig keine technologische Lösung in Sicht. Im Gegenteil: Der Mobilfunk kann Frequenzen aus physikalischen Gründen nur allein nutzen, sodass sie Rundfunk und Kultur nicht mehr zur Verfügung stehen. Die terrestrische Rundfunkverbreitung wäre dadurch akut gefährdet: „Die betroffenen Branchen haben keinen Frequenzspielraum mehr, weshalb unsere Forderung nach einer langfristig abgesicherten, exklusiven Nutzung alternativlos ist“, so Michael Wagenhofer, ORS-Geschäftsführer und Sprecher der Allianz der TV-, Radio-, und Kulturveranstalter.

Enorme Kosten durch Systemwechsel 
„Ohne die Mikrofone in unseren Theatern sind kulturelle Produktionen nicht denkbar. Die möglichen Kosten für einen Systemwechsel wären für die Betriebe enorm“, so Cay Stefan Urbanek, kaufmännischer Direktor des Volkstheaters. Man appelliere an die Bundesregierung, sich bei der Europäischen Kommission im Hinblick darauf einzusetzen, dass das Spektrum dem terrestrischen Rundfunk und der Kultur vorbehalten bleibt. 

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