Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe betreiben eine riesige Flotte von Dieselbussen. Ein Teil davon muss ersetzt werden - ob durch Wasserstoff- oder Elektrobusse ist noch unklar. VP-Vizebürgermeister Hannes Anzengruber empfiehlt den Einsatz von synthetischem Diesel, der über ein Innsbrucker Start-up bezogen werden könnte.
In Innsbruck müssen in den nächsten fünf Jahren rund 25 Dieselbusse angeschafft werden. „Hinsichtlich Klima- und Umweltschutz eigentlich ein No-Go, da einer der Hauptverursacher des Treibhausgases CO2 in aller Welt der private und öffentliche Straßenverkehr ist“, sagt Innsbrucks Vize-BM Hannes Anzengruber (ÖVP).
Verschiedenste Technologien werden getestet, von reinen Elektrobussen bis hin zu Mischformen zwischen Batterie und wasserstoffbetriebenen Gefährten. „Es gibt einige Lösungsansätze, aber noch keine Siegertechnologie“, so Anzengruber.
Umstieg auf erneuerbare Treibstoffformen?
Die Erfahrung hat gezeigt, dass beispielsweise E-Busse einen – vor allem in Winter – beschränkten Radius haben. Bei Wasserstoff fehle die Infrastruktur. „Eine Möglichkeit, die sofort verhältnismäßig kostengünstig umsetzbar wäre, ist ein Umstieg auf erneuerbare Treibstoffformen, wie den erneuerbaren Diesel HVO-100, der über ein Innsbrucker Start-up erhältlich ist. Die Kosten zu herkömmlichem Diesel sind rund 30 bis 40 Prozent höher, was auf die Gesamtkosten sowie auf den Klimaschutz umgemünzt verträglich ist“, rechnet Anzengruber vor. Auf den gesamten Kostenanteil eines Busses berechnet betragen die Energiekosten knapp 16 Prozent der Gesamtkosten.
Der fossilfreie Diesel HVO-100 reduziert den CO2-Ausstoß um bis zu 90 Prozent. Zudem gibt es 30 Prozent weniger Feinstaub und 10 Prozent weniger Stickstoffe.
Vize-BM Hannes Anzengruber
„Bevor wir Hunderte Millionen Euro an Steuergeldern in neue Infrastruktur setzen, von der wir nicht wissen, ob sie sich auch durchsetzen wird, ist es sinnvoller, jetzt die schon bestehenden Busse sowie die neu angeschafften Diesel-Busse mit einem umweltschonenden Kraftstoff zu betreiben“, ist sich der VP-Vize nach einem Besuch bei der Innsbrucker Firma Biofuel Express Austria GmbH sicher. „Zumal damit die neuen und auch die alten Busse fahren können.“
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