Natürlich ist in. Viele Hobbygärtner wünschen sich insektentaugliche Vielfalt. Aber wie geht diese? Besuch beim Profi vom Maschinenring Tirol. Gemeinsam mit dem Land und weiteren Partnern unterstützt der Maschinenring unter anderem Gemeinden, Schulen und Private beim Anlegen einer natürlichen Blumenwiese.
Landschaftsgärtner Andrä Hackl und seine Kollegen haben derzeit viel um die Ohren. „Die Nachfrage ist groß. Viele Gemeinden, Schulen oder Hausverwaltungen interessieren sich für eine traditionelle Tiroler Blumenwiese. Auch immer mehr Privatpersonen fragen für ihren Garten nach“, erzählt der Projektverantwortliche des Maschinenrings.
Initiative „Tiroler Blumenwiesn“
Eine Idee blüht also auf! Was vor zwei Jahren als Pilotprojekt des Landes mit sieben Partnern - vom Maschinenring bis zum Imkerverband - begann, geht nun in die Breite. „Tiroler Blumenwiesn“ nennt sich die Initiative. Immer mehr bunte Flecken entstehen, die für Insekten wichtige Nahrungsquelle sind - auf Verkehrsinseln, an Böschungen, auf Grünstreifen neben Radwegen, vor Schulen.
Jeder Zipfel sei wertvoll, betont Gärtner Hackl: „Viele haben tote Flächen im Garten, die nicht für Gemüse oder übliche Gartenpflanzen brauchbar sind. Diese Ecken sind meistens sehr gut geeignet.“
Blumen und Gräser, die es gerne karg mögen
Mager soll der Boden sein, wie es in der Fachsprache heißt. „Mehr Kies und Sand, aber wenig organisches Material“, beschreibt es der Fachmann. Dort fühlen sich die Sorten der Tiroler Mischung besonders wohl. Aus 40 Blumen, Gräsern und alten Landsorten wie den Ötztaler Lein wurde das Saatgut mit ein- und mehrjährigen Pflanzen zusammengestellt. Wenn sie aufgehen, ergibt das den typischen Wiesencharakter, den viele nur mehr aus der Kindheit kennen, als die Landwirtschaft noch weniger intensiv und die Hausgärten noch mehr naturbelassen waren.
Anlegen einer Magerwiese ist keine „gmahde Wiesn“
Das Zurück zum Ursprung ist aber keine „gmahde Wiesn“, wie der Gärtner zu bedenken gibt: „Am Anfang steckt schon Arbeit drinnen. Auf bestehendem Rasen setzen sich die Blumen nicht durch. Das Gras muss zuerst weg, ebenso Pflanzen, die schneller wachsen und so der Magerwiese Konkurrenz machen.“
Wenn alles funktioniert, hat man den ganzen Sommer eine bunte Wiese.
Andrä Hackl
Das „Weniger ist mehr“ ist für viele Hobbygärtner eine schwierige Aufgabe. Nicht düngen, nicht gießen, selten mähen – das gelingt nicht jedem. „Aber es lohnt sich“, schwärmt Hackl, der den Feldversuch auch in seinem Garten unternommen hat: „Wenn alles funktioniert, hat man den ganzen Sommer eine bunte Wiese.“
Saatgutmischung wurde für Hausgebrauch adaptiert
Die Saatgutmischung wurde heuer für den Hausgebrauch adaptiert, damit Hobbygärtner mehr Vielfalt sähen können. Die beste Aussaatzeit beginnt jetzt im April. Ein bisschen Geduld brauche man, sagt Hackl: „Zwei bis drei Monate tut sich wenig Sichtbares. Aber dann blüht es reichlich und man bekommt Besuch von Bienen und anderen Insekten, die man vermutlich noch nie zuvor im Garten gesehen hat.“
Alle Informationen zu Projekt und Saatgutmischung im Internet unter der Adresse: www.tiroler-blumenwiesn.at
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