06.04.2022 17:00 |

Neue Erkenntnisse

So entwickelt sich das Gehirn im Laufe des Lebens

Ein internationales Forscherteam um Richard Bethlehem von der Universität Cambridge und Jakob Seidlitz von der Universität Pennsylvania hat einen riesigen Datensatz - von annähernd 125.000 Hirnscans von über 100.000 Personen - gebündelt, um die Entwicklung des Gehirns vom Mutterleib bis ins hohe Alter nachzuzeichnen. Das könnte helfen, krankhafte Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

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Eltern kennen die regelmäßigen Kontrollen bei Kinderärztinnen und -ärzten, die Größe, Gewicht und Kopfumfang des Nachwuchses aufzeichnen. Indem die Daten mit Gleichaltrigen verglichen werden, lassen sich etwa Wachstumsstörungen erkennen. Wachstumstabellen gehören seit mehr als 200 Jahren zu den Eckpfeilern der Pädiatrie. Analoge Referenztabellen für das Gehirn gibt es bisher aber keine.

Wissenschaftler haben nun einen ersten Schritt gemacht, um diese Lücke zu schließen. Sie trugen den nach eigenen Angaben bisher größten Datensatz zusammen, um typische und atypische Entwicklungen und Alterungsprozesse des Gehirns aufzudecken. In die Arbeit flossen fast 125.000 Hirnscans von über 100.000 Personen ein, wie sie am Mittwoch im Fachmagazin „Nature“ berichteten. Sie stammen von 15 Wochen alten Föten bis zu Hundertjährigen.

Anhand der Daten konnten die Forschenden etwa zeigen, dass das Volumen der grauen Hirnsubstanz, die hauptsächlich Nervenzellen enthält, ab Mitte der Schwangerschaft beim Ungeborenen rasch zunimmt und kurz vor dem sechsten Lebensjahr seinen Höhepunkt erreicht. Danach wird es langsam weniger.

Gehirngröße nimmt mit dem Alter ab
Auch die weiße Substanz - vereinfacht gesagt der Kommunikationskanal des Gehirns - nimmt bis zum 29. Lebensjahr rasch zu. Ab 50 Jahren beschleunigt sich der Rückgang. Zudem ging aus den Daten hervor, dass die Gehirngröße mit dem Alter natürlicherweise abnimmt - bei Alzheimer-Patienten jedoch viel schneller.

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