Post von Palin
US-Medien auf der Suche nach der Top-Story
Der Bundesstaat Alaska hatte am Freitag Tausende E-Mails der Rechtspopulistin veröffentlicht. Es handelt sich um Nachrichten, die die damalige Gouverneurin und ihre Mitarbeiter zwischen Dezember 2006 und Juli 2009 geschrieben hatten, als Palin auch als Kandidatin für das Vizepräsidentenamt im Weißen Haus im Rennen war.
Die Freigabe der E-Mails war vor zwei Jahren unter anderem von US-Medien beantragt worden, die auf intime Einblicke in Palins Regierungsarbeit hofften. Alaska musste der Anforderung wegen des Informationsfreiheitsgesetztes nachkommen. Allerdings stellt der entlegene Bundesstaat im Nordwesten nur Papierausdrucke zur Verfügung. Die Mails wurden ausgedruckt und in Kartons an Redaktionen von Zeitungen, Radiostationen und TV-Sendern verschickt. Rund 2.400 als vertraulich oder privat eingestufte Seiten bleiben dagegen unter Verschluss.
Sarah Palin über Gott, Stifte und Protektion
Mehrere Medien, darunter die "New York Times", haben die Palin-Mails online gestellt und ihre Leser aufgefordert, bei der Suche nach Top-Storys zu helfen. Einige wurden bereits entdeckt. So beantwortet Palin nicht nur Fragen über Dinosaurier und die Evolution – natürlich getreu den christlichen Werten –, sondern verlangt auch Kugelschreiber und Bleistifte, um sie als Werbegeschenke in einer Volksschule zu verteilen. Auch ihr ehemaliger Schwager wird genannt, er soll bei diversen Personalrochaden berücksichtigt werden.
Die "Times" zitiert auch aus einer E-Mail von Palin Ende August 2008. "Kannst du es glauben?", antwortete sie auf einen Glückwunsch zu ihrer überraschenden Nominierung als Vize-Präsidentschaftskandidatin durch den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain. "Er (McCain) hat es mir gestern gesagt – es ging schnell voran!"
Morddrohungen nach Nominierung
In den Wochen und Monaten nach ihrer Nominierung erhielt die Politikerin der ultrakonservativen Tea Party mehrere Morddrohungen. In einer hieß es nach Angaben der "Los Angeles Times", Palin "muss getötet werden". Die Politikerin gehöre nicht der mächtigen Waffenlobby-Organisation NRA an, "um das Recht jedes Bürgers auf den Besitz von Waffen zur Selbstverteidigung zu unterstützen, sondern um das Recht jedes weißen Bürgers aus dem Süden zu unterstützen, alle nicht-weißen Leute legal zu erschießen". Auch in einer aus dem belgischen Antwerpen verschickten Mail wurde dazu aufgerufen, Palin zu töten, da erst dann "Gerechtigkeit hergestellt" sei.
Seit 2008 spaltet Palin politische Landschaft
Palin war 2008 als US-Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner auf einen Schlag weltweit bekannt geworden und spaltet seither die politische Landschaft der USA. Die Anhänger feiern sie als bodenständige und patriotische Anwältin erzkonservativer Werte, ihren Gegnern ist sie wegen ihrer populistischen Auftritte ein Graus.
Palin hat bisher offen gelassen, ob sie sich um die Kandidatur der Republikaner bei der Präsidentschaftswahl 2012 bewerben wird. Zuletzt heizte sie Spekulationen mit einer Bustour an historische Stätten der USA an.
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