Neuer Chef gesucht

Interesse an Spitze der Weltbank? Clinton dementiert

Ausland
10.06.2011 20:34
Die USA beanspruchen weiter die Weltbank-Spitze für sich und halten laut Agenturmeldungen Hillary Clinton für den Chefsessel bereit. Im kommenden Jahr wolle Clinton ihren Minister-Posten räumen und Nachfolgerin von Weltbank-Chef Robert Zoellick werden, berichtete die Agentur Reuters am Freitag. Die Außenministerin dementierte umgehend: "Ich strebe diese Position nicht an."

Zoellicks Amtszeit endet Mitte 2012. Sollte er nicht erneut antreten, hat Clinton nach Worten von Weggefährten Interesse, ihn zu beerben. "Hillary Clinton will den Job", sagte eine Person aus ihrem Umfeld. Eine andere ergänzte, Präsident Barack Obama habe bereits Unterstützung für Clintons Pläne geäußert.

Ob das Dementi der Außenministerin ernst gemeint oder reine Taktik ist, werden die nächsten Wochen zeigen. Fest steht, dass die Gerüchte die Arbeit der Außenministerin erschweren, wenn sie für den Rest ihrer Amtszeit mit dem Ruf einer vor dem Absprung stehenden "lahmen Ente", einer "lame duck", zu kämpfen hätte.

IWF-Chefsessel muss neu besetzt werden
Eine Debatte über die Weltbank-Spitze käme zum derzeitigen Punkt jedenfalls sehr früh. Doch in diesem Fall sind die Umstände auch ungewöhnlich. Hintergrund ist die erforderliche Neubesetzung des Chefpostens der Schwesterorganisation Internationaler Währungsfonds, nachdem Dominique Strauss-Kahn nach Vorwürfen der versuchten Vergewaltigung als Chef zurückgetreten war.

Einer ungeschriebenen Vereinbarung zufolge wird der IWF von einem Europäer geführt, die Weltbank von einem Amerikaner. Diese Regelung ist derzeit unter massivem Beschuss seitens der Schwellenländer, die auf ihr gestiegenes Gewicht in der Weltwirtschaft pochen.

Die von der Schuldenkrise gebeutelten Europäer wollen für den IWF-Chefposten nochmals einen Kandidaten aus den eigenen Reihen durchsetzen und haben damit bisher auch beste Chancen. Als eindeutige Favoritin gilt Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde. Kommen die Französin und die Frau des früheren US-Präsidenten Bill Clinton zum Zug, wären sie jeweils die ersten Frauen an der Spitze der beiden Kreditgeber.

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