Nachwuchs-Teamchef

Stadler: „Es gibt eine viel größere Dichte“

Salzburg
03.04.2022 13:00
Seit 2003 arbeitet Hermann Stadler im ÖFB-Nachwuchs, hatte von Alaba bis Seiwald alle Stars unter seinen Fittichen. Dass das A-Team erneut die WM verpasst, tat auch ihm sehr weh. Alles schlecht reden lässt sich der 60-jähriger Salzburger aber nicht.

Viel wurde zuletzt diskutiert. Noch nie war Österreich so lange NICHT bei einer Fußball-WM. Die längste Durststrecke dauerte von 1958 bis 1978 – aber nach dem Aus gegen Wales wird das ÖFB-Team frühestens 2026 wieder dabei sein, 28 Jahre nach Frankreich 1998.

Als Nachwuchs-Teamchef von der U15 bis zur U19
Fünf Jahre später, im Jahr 2003, trat Salzburgs Ex-Europacup-Held Hermann Stadler seinen Dienst beim ÖFB an. Als Nachwuchsteamchef von der U15 bis U19 hatte und hat er die größten Talente unter seinen Fittichen, von Alaba bis Seiwald. Auch dem Oberndorfer tat das neuerliche Scheitern des A-Teams weh. Die Gründe? Die sind auch für den 60-Jährigen nicht einfach zu erklären. Aber eines ist für ihn klar: „Es gibt eine viel größere Dichte wie früher, es ist im Fußball alles noch viel enger zusammen gerückt.“ Auch bei Nachwuchs-Teamspielen. „Es gibt kaum mehr einen Gegner, wo man weiß: da gewinne ich souverän.“

„Es gibt sehr wohl eine Philosophie beim ÖFB“
Das trifft nicht nur Österreich: „Nur so ist es zu erklären, dass Nordmazedonien Italien schlägt und Italien zum zweiten Mal in Folge nicht zur WM fährt, als regierender Europameister.“

Alles schlecht reden lässt er sich jedenfalls nicht. „Es gibt beim ÖFB sehr wohl eine Philosophie vom Nachwuchs bis zum A-Team. Aber jeder Trainer kann sich in einer gewissen Bandbreite bewegen. Es ist ja ein Unterschied, ob ich mit der U16 daheim gegen San Marino spiele oder das A-Team auswärts gegen Deutschland.“

„Es wird im Nachwuchs in Österreich gut gearbeitet“
Für ihn klar: „Es wird im Nachwuchs in Österreich gut gearbeitet. So steht Salzburgs U19 erneut im Finalturnier der Youth League, der Champions League für Nachwuchskicker. Ich habe immerhin fünf Spieler davon bei mir im Nationalteam.“

Zuletzt hat sich Österreichs U19 für die EM qualifiziert, Deutschland nicht. „Wir müssen uns im Nachwuchs nicht verstecken. Wir können nur versuchen, in Teilbereichen noch besser zu werden.“ Damit es endlich wieder mal klappt mit einer A-WM.

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