"Furchtbare Videos"
USA: Kinderarzt missbrauchte über 80 kleine Patienten
Bradley hatte die Gräueltaten an seinen wehrlosen kleinen Patienten in den Behandlungsräumen seiner Praxis selber auf Video dokumentiert. Die Filme seien "furchtbar" und schlimmer als alles, was er zuvor gesehen habe, sagte der Polizei-Computerexperte Scott Garland. Angehörige der mutmaßlichen Opfer des Kinderarztes brachen während seiner Zeugenaussage in Tränen aus, andere verließen den Gerichtssaal.
Praxis im Disney-Stil
Der 58-Jährige, selbst Vater von vier Kindern, hatte von 1994 bis zu seiner Festnahme im Dezember 2009 eine wegen ihrer Ausstattung im Disney-Stil beliebte Praxis in Lewes betrieben. Dort soll er Dutzende Kleinkinder sexuell missbraucht oder auch vergewaltigt haben. Bei den Opfern im Alter von drei Monaten bis zu 13 Jahren handelte es sich bis auf einen Fall um Mädchen.
Die Anwälte des Mannes argumentieren, die Beweisvideos seien ohne korrekten Durchsuchungsbefehl beschlagnahmt worden und dürften daher vor Gericht nicht verwendet werden. Der Vorsitzende Richter in dem Prozess kündigte an, er werde ein Urteil fällen, nachdem er die 13 Stunden Videomaterial gesichtet habe.
In 471 Punkten angeklagt
Bradley war im Februar 2010 in 471 Punkten angeklagt worden. Eltern eines zweijährigen Mädchens hatten Alarm geschlagen, nachdem die Kleine über sexuelle Handlungen geklagt hatte. Danach waren immer mehr Fälle bekannt geworden. In einer kurzen Anhörung im März 2010 hatte der 58-Jährige auf "nicht schuldig" plädiert.
"Dass der Angeklagte jede Schuld von sich weist, ist ein weiterer Affront gegenüber den Eltern der Kinder. Denn was diesen Fall zusätzlich erschwert, ist der Vertrauensmissbrauch. Wir werden diese Sache bis zum Ende durchziehen und Gerechtigkeit für die jungen Opfer erreichen. Dieser Mann wird nie mehr in der Lage sein, einem Kind zu schaden, sondern sein Leben lang im Gefängnis verbringen", erklärte Staatsanwalt Beau Biden zum Prozessauftakt.
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