Positive Aussichten
Weltbank-Bericht: Weltweit solides Wachstum erwartet
Mit Blick auf Boom-Regionen wie den Fernen Osten oder Lateinamerika verschärfte die Weltbank ihre schon seit einiger Zeit geäußerte Warnung vor Überhitzung. Risiken sieht die Organisation vor allem durch einen neuen Ölpreisschock, sollte sich die Lage im Nahen Osten und in Nordafrika verschlimmern. Auch könnten neue Fehlernten die angezogenen Preise der Nahrungsmittel noch weiter in die Höhe treiben, mit verheerenden Folgen für die Armen.
Wachstum in Euro-Ländern am geringsten
Beim globalen Wachstum preschen die Schwellen- und Entwicklungsländer weiterhin voran: Die Weltbank prognostiziert für sie ein jährliches Plus von 6,3 Prozent bis 2013. Für die reichen Länder rechnet die Entwicklungshilfeorganisation mit vergleichsweise mageren 2,2 Prozent heuer, dafür 2012 und 2013 schon wieder mit um die 2,6 Prozent. Die Euro-Zone sieht die Weltbank indes bei lediglich 1,7 bis 1,9 Prozent Wachstum zwischen dem heurigen Jahr und 2013. Auf den Industrienationen lasteten weiterhin hohe Arbeitslosigkeit, hohe Schulden und aus dem Lot geratene Staatsfinanzen.
Risiko der Überhitzung steigt
"In vielen aufstrebenden Nationen bewegt sich die Wirtschaft jenseits ihrer Kapazitäten und riskiert Überhitzung", sagte Weltbank-Ökonom Hans Timmer bei der Vorlage des Berichts. Das starke Wachstum habe zu einer Reihe neuer globaler Herausforderungen geführt, darunter höhere Rohstoffpreise und steigende Inflation. Nicht auszuschließen sei die Rückkehr destabilisierender Kapitalströme, wenn das Zinsniveau steige.
Finanzreserven müssen wieder aufgebaut werden
"Die Finanzkrise ist für die meisten Entwicklungsländer vorbei", sagte der Hauptautor des Berichts, Andrew Burns. Diese Staaten müssten sich nun darum kümmern, ihre während der Turbulenzen geschmolzenen Finanzreserven wieder aufzubauen. Den langfristigen Ausblick für aufsteigende Nationen bewertete er positiv. Diese Länder hätten in den vergangenen zehn Jahren ein starkes Wachstum an den Tag gelegt. "Es gibt jeden Grund anzunehmen, dass sie dies fortsetzen."
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