Kein Grapschen mehr

“Airport-Checkpoint der Zukunft” wird vollautomatisch

Ausland
07.06.2011 10:14
Die aufwendigen Sicherheitschecks am Flughafen könnten bald ein Ende haben. Der Weltluftfahrtverband IATA hat bei seiner Jahrestagung am Dienstag in Singapur den Prototyp einer vollautomatischen Sicherheitskontrolle vorgestellt. Dabei muss das Handgepäck nicht mehr auf ein Förderband gelegt werden, die Laptops bleiben in der Tasche, Schuhe an den Füßen - und auch das Begrapschen hat eine Ende.

"Wir geben im Jahr 7,4 Milliarden Dollar aus, um die Luftfahrt sicher zu machen", sagte IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani (zweites Bild). "Aber die Passagiere sehen nur Ärger. Dabei sollen sie doch mit Würde durch die Kontrollen kommen, ohne gestoppt zu werden, ohne sich ausziehen zu müssen und, mit Sicherheit, ohne begrapscht zu werden."

Sicherheitskontrolle der Zukunft
Der "Checkpoint der Zukunft" besteht aus drei etwa zehn Meter lange Röhren mit unterschiedlich hohen Sicherheitskontrollen. Vielflieger, die ihre persönlichen Angaben in einer Datenbank hinterlegt haben, werden anhand ihrer Pass- und biometrischer Daten erkannt und gehen durch die erste Röhre. Im Vorbeigehen scannen Maschinen in den Wänden Mensch und Gepäck nach Metallgegenständen und Flüssigkeiten. Wer anhand seines Passes als Passagier mit "normalem Risiko" identifiziert wird, geht durch die zweite Röhre. Hier prüft ein Scanner - im Vorbeigehen - auch Sprengstoffspuren. Die dritte Röhre ist für Risiko-Passagiere, die etwa vorbestraft sind. Sämtliche Scanner sind darauf geeicht, schärfer zu kontrollieren.

Breite Zustimmung der Airlines und Flughäfen
Der Prototyp sei auf begeisterte Zustimmung der Airlines und Flughäfen gestoßen, sagte der IATA-Direktor für Sicherheit, Kenneth Dunlap. Es sei jetzt an der Industrie, die nötigen Technologien zur Reife zu bringen. "Das wäre das Ende langer Schlangen vor den Kontrollen. Nach IATA-Angaben könnte die Vision in fünf Jahren Wirklichkeit werden. Die IATA schätzt, dass sich ein Drittel der Passagiere als Vielflieger registrieren lassen würden und 60 Prozent als "Normalrisiko" eingestuft würden.

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