"Spiegel"-Bericht
Weiteres Hilfspaket für Griechen könnte 100 Mrd. € kosten
Das deutsche Finanzministerium wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Zunächst müsse der Fortschrittsbericht der Troika zu den griechischen Sparanstrengungen geprüft werden, sagte ein Sprecher. Das seit gut einem Jahr laufende Hilfsprogramm ist bereits 110 Milliarden Euro schwer. Weil Griechenland aber wegen weiter hoher Zinsen nicht wie geplant an den Kapitalmarkt zurückkehren kann, ist ein zweites Hilfspaket im Gespräch, an dem auch die Banken beteiligt werden sollen. Zuletzt hatte sich bei Griechenland eine Finanzlücke für 2012 und 2013 von 65 Milliarden Euro abgezeichnet.
Auch Privatanleger sollen zahlen
Bei einem Treffen von Spitzenbeamten aus der Euro-Zone am vergangenen Mittwoch soll der deutsche Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen dem "Spiegel" zufolge gefordert haben, dass auch private Anleger auf einen Teil ihrer Forderungen an Griechenland verzichten müssten. Es sei nicht damit getan, dass private Investoren freiwillig ihr Geld länger in dem Land ließen, wie es die EZB vorschlage. Dabei habe er allerdings allein gegen die übrigen Vertreter der Euro-Zone gestanden, schrieb das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Teilnehmer des Treffens. Asmussen habe gewarnt, dass es ohne Beteiligung des Privatsektors keine Zustimmung des Bundestages geben werde und ohne die kein neues Programm.
Asmussen habe strikte Anweisung von Finanzminister Wolfgang Schäuble gehabt, keiner Lösung zuzustimmen, bei der Privatanleger ungeschoren davonkämen, hieß es in dem "Spiegel"-Bericht. Das Geld für das neue Programm dürfe nicht wieder allein aus öffentlichen Kassen kommen, habe Schäuble vor dem Treffen als Marschrichtung ausgeben.
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