Inferno in Russland
Munitionsdepot explodiert: 28.000 auf der Flucht
Das Notfallministerium setzte vier Flugzeuge und drei Hubschrauber zur Bekämpfung des Feuers in der Teilrepublik Udmurtien westlich des Urals ein. Auch mehr als 500 Feuerwehrleute und vier Spezialroboter kämpften laut den Behörden gegen die Flammen.
Das Feuer war am Donnerstagabend in dem 30 Kilometer südlich der udmurtischen Hauptstadt Ischewsk gelegenen Munitionslager ausgebrochen. Dort waren tonnenweise Granaten, Raketen und Munition gelagert. Der russische Sender Pervij Kanal berichtete, die Munition entspreche etwa 58.000 Tonnen TNT.
"Alles brennt und explodiert"
Fernsehbilder zeigten gewaltige Explosionen, gefolgt von großen Feuerbällen, die inmitten dunkler Rauchwolken zum Himmel aufstiegen. "Alles brennt und explodiert", sagte ein Sprecher des Notfallministeriums. Zahlreiche Depots standen in Flammen. Geschoss-Splitter wurden noch in zwei Kilometern Entfernung entdeckt.
Nach ersten Schätzungen dürften die Detonationen noch mindestens zwei Tage andauern. Im nahen Dorf Pugatschjowo brannte ein Wohnhaus aus, zahlreiche Fenster zerbarsten. Ein Autobahnabschnitt sowie eine Bahnstrecke wurden gesperrt. In der Evakuierungszone nahm die Polizei mindestens acht Plünderer fest. Als Ursache des Unglücks wird menschliches Versagen vermutet. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein, die udmurtische Regierung sagte den Betroffenen Entschädigungszahlungen zu.
Immer wieder ähnliche Fälle
Erst am Donnerstag vergangener Woche hatten die Behörden in der Teilrepublik Baschkortostan im Süden des Urals wegen eines Großfeuers in einem Munitionsdepot rund 7.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Das Feuer und die Explosionen konnten erst fünf Tage später unter Kontrolle gebracht werden. Ein Soldat soll das Feuer ausgelöst haben, indem er eine Granate auf einen Munitionsstapel warf.
Im April hatte es durch Detonationen in einem Munitionsdepot in Lipezk, 500 Kilometer südöstlich von Moskau, vier Tote gegeben. Explosionen in Munitionsdepots kommen in Russland und anderen früheren Sowjetrepubliken immer wieder vor. Dafür werden veraltete Ausrüstung und ein laxer Umgang mit Sicherheitsvorschriften verantwortlich gemacht.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.