Ein Liter Milch aus dem Supermarktregal kostet derzeit rund 85 Cent. Die Eigenmarken der großen Handelsketten gibts etwas billiger: Sie kommen auf einen Betrag von maximal 75 Cent. Damit wird aber bald Schluss sein, denn Billa & Co. werden den Literpreis um vier Cent anheben. Offiziell deswegen, um den Bauern mehr Unterstützung zukommen zu lassen. Die AK hingegen findet diese Verteuerung "kartellrechtlich bedenklich"...
Als erstes hat die Tiroler Kette MPreis dieVerteuerung um vier Cent pro Liter Milch angekündigt, derSpar-Konzern hat nachgezogen, ebenso Adeg, und auch beim HandelsriesenRewe, zu dem unter anderem Billa, Merkur, Mondo und Emma gehörenist eine Preiserhöhung im Gespräch. Den konkreten Zeitpunktdafür nannte Rewe allerdings nicht, der Vier-Cent-Aufschlagfür die Milch-Eigenmarken "Heidi" und "Clever" werde aber"in den nächsten Tagen" kommen.
Arbeiterkammer protestiert "Die Milchpreiserhöhungen dürften nur zwischendem Bauernbundchef und großen Handelsketten ausgepackeltworden sein, wir haben keiner Milchpreiserhöhung zugestimmt",protestiert die AK gegen die Behauptung von Bauernbundchef Grillitsch,wonach er mit Konsumentschützern über Preiserhöhungenfür Milch gesprochen hätte.
Konsumenten zahlen doppelt Ein derartiger Preispakt widerspräche marktwirtschaftlichenGrundprinzipien und einem fairen Wettbewerb. "Die Konsumentenwerden doppelt zur Kasse gebeten", kritisiert die AK, "als Steuerzahlerfinanzieren sie die großzügigen Agrarförderungenund als Konsumenten sollen sie zusätzlich höhere Preisefür österreichische Lebensmittel zahlen."
Großbauern profitieren am stärksten Jährlich werden in Österreich mehr alszwei Milliarden Euro Agrarförderungen an die Landwirtschaftbezahlt. Darin sind auch Ausgleichzahlungen für niedrigePreise enthalten. Diese öffentlichen Gelder werden allerdingsungerecht zwischen großen und kleinen Bauern verteilt. DerGroßteil dieses Geldes fließt direkt an die Großbauern."Von einer derartigen Preiserhöhung würden die Großmilchbauerngegenüber den Kleinbauern überproportional profitieren",sagt die AK. Großbauern würden bereits jetzt höhereFörderungen erhalten, obwohl sie günstiger produzierenwürden als Kleinbetriebe.
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