17.03.2022 18:55 |

Inneres nach außen

Künstlerin Dora Budor blickt hinter KUB-Fassade

Das Kunsthaus Bregenz (KUB) wird in der neuen Ausstellung der gebürtigen Kroatin Dora Budor selbst zum Körper. Die Künstlerin, die auch Architektur studierte, begreift das Zumthor-Gebäude als Organismus und rückt Verborgenes in den Fokus. Für ihre Werke steigt sie in den Untergrund des KUB, verarbeitet den Kaffeesatz des KUB-Cafes und bringt Rohre mit Sexspielzeugen zum Vibrieren. 

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Wände im Raum
Für ihre bereits für Ende 2020 geplante, pandemiebedingt verschobene Schau untersuchte die Künstlerin das KUB selbst, befasste sich mit seiner (Bau)geschichte und den im Hintergrund ablaufenden, in der Architektur versteckten Vorgängen. Dabei bildet die Lüftung mit ihren 28 Kilometern Rohrleitungen die Atmung, die sie im Werk „Termites“ über in den Rohren vibrierende, ferngesteuerte Sexspielzeuge bewusst macht.

Um das Fundament des Gebäudes zieht sich ein unterirdischer Gang, der mit in die Tiefe reichenden Schlitzwänden hilft, das Einstürzen angrenzender Gebäude zu vermeiden und das Sickerwasser zu kontrollieren. Von den Wänden dieses Kollektorgangs hat Dora Budor Latexabdrücke genommen, die im KUB nun das Innere nach außen, das Untere nach oben kehren.

Kaffee als Puck
Aus dem gesammelten Kaffeesatz ließ sie für die Arbeit „Pucks (bagarreurs)“ 300 Eishockeyscheiben pressen. Sie interessiere sich dafür, wie ein Körper kontrolliert werde, wie er Energie erhalte, so die Künstlerin am Donnerstag bei einer Presseführung. Zugleich wohne den Pucks Aggressivität und Wettbewerb inne, der Energieschub nach dem Kaffeegenuss ist in potenzielle Bewegung umgewandelt. Versehrungen und der Verlust der ursprünglichen Nutzbarkeit thematisiert Dora Budor in „27 Male Molds“, einer Ansammlung von Maschinenteilgussformen, die trotz ihres Namens in Budors Arrangement höchst weiblich daherkommen.

Für „Love Streams“ rieb die Künstlerin ein ihr verschriebenes Medikament gegen Depressionen auf Sandpapier ab. Während benutztes Sandpapier üblicherweise im Müll landet, rahmte die Künstlerin die Papiere zu einer Serie und hing sie an die Wand.

 Vorarlberg-Krone
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