Sa, 15. Dezember 2018

Schlag auf Schlag

27.05.2011 16:49

Kampf am Netz mit altbackener Grafik: "Virtua Tennis 4"

Während in Paris bei den French Open die besten Spieler der Welt um den Turniersieg kämpfen, sitzt man als virtueller Sportler meist entspannt auf seiner Couch, die Füße hochgelagert, und hetzt sein digitales Alter Ego mit dem Controller über den Platz. Die Leute mit größeren sportlichen Ambitionen nutzen Sonys Move, Microsofts Kinect oder Nintendos Wii, um sich zumindest etwas zu bewegen. Da kommt die diesjährige Fassung von "Virtua Tennis" trotz altbackener Grafik gerade recht.

Der Vergleich mit dem Konkurrenten "Top Spin" bietet sich dabei aus naheliegenden Gründen an. Die "Virtua Tennis"-Serie setzt auf einen leichteren, Arcade-lastigen Zugang. Dies fällt sofort bei den ersten Ballwechseln auf. Im Gegensatz zu "Top Spin" spielt es nur eine untergeordnete Rolle, wie der Spieler beim Schlag zum Ball steht. Dadurch lässt sich der "Virtua Tennis"-Spieler leichter steuern. Schon nach wenigen Minuten können Partien problemlos bestritten werden. Bei "Top Spin" stehen dafür wesentlich größere spielerische Möglichkeiten zur Verfügung.

Aufgrund des einfachen Zugangs lässt sich verschmerzen, dass ein Tutorial fehlt, welches diesen Namen auch verdient hat. Die Entwickler dürften zudem Fans eines gepflegten Serve-and-Volley-Spiels sein. Spieler, die vornehmlich am Netz agieren, haben eindeutig einen Vorteil. Wenn der Gegner von der KI gesteuert wird, kommt man so ohne großen Aufwand zu seinen Punkten.

Big Points zu erzielen ist ein Muss, wenn man in die Weltspitze vorstoßen möchte. Da kommt das Match-Momentum gelegen. Sobald die Energieleiste komplett gefüllt ist, kann ein besonders harter Schlag, der richtig positioniert fast immer zum Punktgewinn führt, ausgelöst werden.

Spieltechnisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger wenig bis gar nichts geändert zu haben, von sanfter Evolution kann keine Rede sein. Dies betrifft leider auch die grafische Präsentation. Im Gegensatz zur Konkurrenz wirkt sie schwer in die Jahre gekommen. Die lizenzierten Spieler - von Rafael Nadal über Roger Federer bis hin zu Venus Williams oder Maria Sharapova - sorgen wenigstens für eine dichtere Atmosphäre.

Neben dem obligatorischen Einzelspiel gibt es einen Arcade-Modus, bei dem man mit einem dieser Topspieler bei den Grand-Slam-Turnieren antritt. Das Herzstück bildet, wie bei Sportspielen mittlerweile üblich, der Karrieremodus. Bevor jedoch die ganz großen Turniere anstehen, warten viele Spiele bei kleineren Veranstaltungen sowie jede Menge Training. Dieses wird in Form von Minispielen absolviert. Bei allem Feuereifer sollte jedoch nie außer Acht gelassen werden, dass ohne Kondition schnell das Ende naht. Auch fehlende Ruhephasen werden rasch zu einem groben Problem. In diesem Zustand gelingt ein Sieg höchstens gegen Gegner, die stark unterlegen sind.

Doch nicht nur das Sportliche zählt zu den Aufgaben eines Profis. Öffentliche Termine wahrzunehmen ist eine der zusätzlichen Aufgaben. Genau diese Ideen sorgen für zusätzliche Abwechslung und machen so aus dem Karrieremodus ein Highlight des Spiels.

Fazit: "Virtua Tennis 4" hinterlässt einen durchwegs zwiespältigen Eindruck. Bei der Spielmechanik hat sich nichts Wesentliches getan, die Grafik ist höchstens durchschnittlich und das Spiel aufgrund der Netzlastigkeit nicht ganz ausgewogen. Dem gegenüber stehen die leichte Spielbarkeit und ein gut umgesetzter Karrieremodus. Stellt man Virtua Tennis dem aktuellen "Top Spin"-Titel gegenüber, so bleibt ein recht abgeschlagener zweiter Platz übrig.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, Wii, PC
Publisher: Sega
krone.at- Wertung: 7/10

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