Exakt ein Jahr vor der nächsten Kärntner Landtagswahl legt sich Landeshauptmann Peter Kaiser im „Krone“-Interview fest: „Ich mache die ganze Periode, aber nicht als Oppositionsführer!“
„Krone“: Gleich mit der Tür ins Haus: Bleiben Sie, gesetzt den Fall, Sie werden wieder zum Landeshauptmann gewählt, die gesamte nächste Legislaturperiode?
Landeshauptmann Peter Kaiser: Angesichts der Gegenwart – Covid, Ukraine, Klima – sind Blicke in die Zukunft schwierig. Aber wenn es der Fall sein sollte und meine Fitness passt, werde ich die ganze Periode machen.
Die SPÖ hat 2018 die Grünen abgeräumt. Wie wollen Sie die Leihstimmen halten?
Ich werde alles tun, dass mich möglichst viele wählen. Die Klimapolitik in Kärnten geht über alle Bereiche und Referate, die Sozialdemokratie hat da ein umfassendes Gesellschaftskonzept. Aber Grundvoraussetzung für alles ist Frieden.
Schließen Sie eine Vorverlegung der Wahl aus?
Ja. Außer es passieren Dinge, die niemand will.
Gewählt wird ja der Kärntner Landtag, der aus 36 Abgeordneten aus vier Wahlkreisen besteht. Diese Mandatare wählen dann den Landeshauptmann.
Sie haben mit Olympia ein Thema aufgemacht, das in Befürworter und Gegner spaltet. Was ist der Reiz dieser Idee?
Mir schweben Retro-Spiele vor, ohne Gigantomanie, ohne horrende Kosten, zurück zum Ursprung. Da habe ich demnächst Gespräche mit dem Österreichischen Olympischen Komitee.
Für Olympia werden wir einen Flughafen brauchen Warum springt, spitz formuliert, der Antikapitalist Kaiser für den Oberkapitalisten Orasch in die Bresche?
Es gibt zu viele Vorurteile. Ich halte mich an den einstimmigen Regierungsbeschluss von 2016. Nicht betriebsnotwendige Areale für den Betrieb heranzuziehen, ist möglich. Der Flughafen ist eine unverzichtbare verkehrsgeografische und strategische Einrichtung.
Der Koalitionspartner überlegt, die Call-Option zu ziehen – zurück zum Land
Und was dann?
Das Wort Coronaleugner hört sie nicht gerne, die Truppe von MFG, was so viel heißt wie Menschen, Freiheit, Grundrechte. Angeführt von Alexander Todor-Kostic, will die in der Pandemie entstandene Partei in den Landtag. Die Chancen stehen gut.
Bemühungen, die Strompreisexplosion zu stoppen, sind vom Land keine bemerkbar. Warum?
Ich führe permanent Gespräche, aber die Erhöhungen finden europaweit statt. Ich fordere österreichweit einheitliche Netztarife und die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Energie.
Kritisch sind auch die stark steigenden Mieten
Daher sollte es eine Mietobergrenze geben – überall, wo das machbar ist. Vielleicht in Verbindung mit einer Quadratmeterobergrenze, bis zu der es einen solchen Mietendeckel gibt.
Schon bald werden die Züge auf der Hochleistungsbahn den Zentralraum überrollen. Außer vielen Worten gibt’s dagegen nichts
Güter- und Personenverkehr gehören getrennt, der Güterverkehr muss unter die Erde. Das steht fest.
Wenn Sie nicht Landeshauptmann werden, machen Sie den Oppositionsführer?
Bei alle gegen einen mache ich das nicht. Das steht für mich fest.










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