Mo, 17. Dezember 2018

Brillenlos abtauchen

25.05.2011 20:26

Lautlose U-Boot-Jagd in 3D mit "Steel Diver"

Die angekündigten Toptitel für Nintendos 3DS, der dreidimensionale Darstellung ohne Brille ermöglicht, lassen immer noch auf sich warten, und so überbrücken Besitzer die Wartezeit zum Beispiel mit "Steel Diver". Das lässt jedoch besonders in Bezug auf die Steuerung zu wünschen übrig.

Drei Modi stehen bei "Steel Diver" zur Auswahl: Missionen, Periskop und Seeschlacht. Irritierend bei den Missionen fällt zu allererst auf, dass die Erläuterung mit "Wir schreiben das Jahr 19XX" beginnt. Die darauffolgende Erklärung, dass ein namenloser Staat den Weltfrieden bedroht und eine U-Boot-Spezialeinheit mit dem Namen "Steel Diver" ebendiesen retten muss, trägt ebenso wenig zur Stimmung bei.

Immerhin kann sich der Spieler zwischen der Erfüllung von Missionszielen und dem Wettlauf gegen die Uhr entscheiden. In beiden Fällen manövriert er eines von drei verschiedenen U-Booten durch mehr oder weniger komplex aufgebaute Unterwasser-Tunnels. Die Entscheidung für ein Gefährt liegt beim Spieler - je kleiner der lautlose Jäger, desto wendiger, je größer, desto leistungsstärker.

Manövrieren wird zum fummeligen Geduldsspiel
In den Missionen gilt es, entweder feindliche Schiffe auszuschalten oder das Levelende zu erreichen - die Spannung hält sich aufgrunddessen stark in Grenzen. Gegner räumt man ebenso wie den Weg blockierende Felsblöcke mit Torpedos aus dem Weg, die über den Touchscreen abgefeuert werden. Dumm nur, dass über diesen das gesamte U-Boot gesteuert wird - so wird das Manövrieren zum fummeligen Geduldsspiel.

Neues Slidepad wird sträflich ignoriert
Mit einem Schieberegler rechts wird die Tiefe kontrolliert, ein anderer unten dient zum Vorwärts- oder Rückwärtsschub. Zudem ist eine Sonaranzeige des Wegs zum Ziel in den unteren Bildschirm gequetscht, ebenso wie ein "Masker"-Button, um das U-Boot kurzzeitig unsichtbar zu machen. Außerdem finden sich die Knöpfe zum Abfeuern der Torpedos im unteren Bedienfeld. Warum die Entwickler die neuen Möglichkeiten des 3DS, der nun - im Gegensatz zu den DS-Vorgängern - endlich über ein Slidepad zur besseren Steuerung verfügt, nicht nützen, ist ein Rätsel.

Und zwar kein erfreuliches, denn durch die fummelige Bedienung verliert "Steel Diver" enorm an Schwung, ständig muss der Spieler die Geschwindigkeit drosseln, um die Tiefe zu regulieren und Torpedos abfeuern zu können.

Periskop-Modus bringt Bewegung
Mehr Action bringt da schon der Periskop-Modus. Der Spieler muss sich hin- und herbewegen, um mit dem ausgefahrenen Periskop Schiffe oder U-Boote zu erspähen. Diese werden per Knopfdruck so lange attackiert, bis sie versinken. Auf Dauer begeistern kann das zwar auch nicht, doch die kurzen Aufgaben machen allesamt Spaß.

Am Ende jeder Mission wartet auf den Spieler ebenfalls eine kurze Periskop-Einlage, über die er sich Enbleme zum Schmücken des U-Boots verdienen kann. Diese verleihen Spezialfähigkeiten, zum Beispiel die Verringerung des Schadens durch fremde Torpedos oder Luftangriffe.

Langatmige Seeschlacht reißt nicht vom Hocker
Als dritter Modus wartet die Seeschlacht, ein rundenbasiertes Strategiespiel, das an "Schiffe versenken" erinnert, aber aufgrund der trögen Steuerung und nicht abbrechbarer Videosequenzen sehr langatmig daherkommt. Immerhin kann der Spieler gegen den Computer oder einen Freund antreten, da der Modus auch als Download verfügbar ist.

Grafisch hat "Steel Diver" nichts Aufregendes zu bieten, auch die Spannung der dreidimensionalen Darstellung hält sich in engen Grenzen. Wer sich mit der Bedienung anfreunden kann und von dem rhythmischen Piepsen des Sonars mitreißen lässt, wird das Game aufgrund der wenigen Missionen und Periskop-Aufgaben schnell durchgespielt haben.

Fazit: "Steel Diver" hätte mit komplexerer Bedienung, einer spannenderen Präsentation, besserer Identifikation mit den handelnden Personen und abwechslungsreicheren Missionen ein süchtig machender Titel werden können. So reicht es zum Spiel für Zwischendurch, das wohl nur U-Boot-Fans wirklich begeistern wird.

Plattform: 3DS
Publisher: Nintendo
krone.at- Wertung: 6/10

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