Mi, 18. Juli 2018

Prozess vertagt

22.05.2011 18:47

Strafakte von Asylwerber wird immer dicker

Drogen, Gewalt, Widerstand gegen die Staatsgewalt und sogar eine Morddrohung gegen einen Polizeibeamten – die Akte eines marokkanischen Asylwerbers (19) wird immer dicker und dicker. Er streitet fast alles ab. Zeugen belasten ihn jedoch schwer. Die Verhandlung wurde vor Kurzem zum wiederholten Male vertagt.

Von einer konkreten Schmuggelfahrt, bei der mindestens 300 Gramm Cannabis über den Brenner gebracht wurden, gibt der 19-Jährige an, nichts zu wissen und auch nicht dabei gewesen zu sein. "Ich habe einen Bruder in Italien. Den besuche ich immer wieder", sagte er.

Als an ihm wegen Selbstmordandrohung eine Leibesvisitation im Gefängnis gewaltsam durchgesetzt werden musste, soll er den durchführenden Polizisten später bedroht haben: "Warte nur, wenn ich draußen bin, dann lebst du nicht mehr lange", sagte er zu dem Beamten.

Ohr abgeschnitten
Auf einen anderen Asylwerber ging der 19-jährige Angeklagte mit einer zerbrochenen Bierflasche los und schnitt ihm dabei ein Ohr ab. Auch einen Innsbrucker Bäcker soll er in und vor einem Bogenlokal attackiert haben. Im Gasthaus mit Faustschlägen und Tritten und vor dem Lokal wieder mit einer zerbrochenen Bierflasche. Die Zeugenaussagen belasteten ihn auch in diesen Punkten schwer.

Zudem wurde der Strafantrag von Staatsanwalt Thomas Willam auf Betrug und Diebstahl ausgeweitet. Von dem Diebstahl – es geht um drei Paar Socken – soll es eine Videoaufzeichnung geben. "Ich wollte die bezahlte Ware nur umtauschen", sagt der Angeklagte zu diesem Vorwurf. Weil die DVD als Beweismittel angefordert wurde und drei Zeugen, die nicht erschienen sind, noch gehört werden müssen, wurde zum wiederholten Mal vertagt.

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