01.03.2022 12:29 |

Ab Donnerstag im Kino

Vampir jagt Riddler: So gut ist der neue „Batman“

Der dunkle Rächer ist zurück! „The Batman“ mit „Twilight“-Vampir Robert Pattinson in der Rolle der Kultfigur kommt Corona-bedingt mit einiger Verspätung endlich in die Kinos. Am Donnerstag ist es endlich soweit - krone.at hat das knapp dreistündige Filmspektakel schon vorab gesehen.

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Darum geht’s im Film: Ein psychopathischer Killer treibt in Gotham City sein Unwesen - er schickt wichtige und mächtige Persönlichkeiten der Stadt auf sadistische Art und Weise ins Jenseits. Gemeinsam mit Lieutenant James Gordon (Jeffrey Wright) jagt Millionärssohn Bruce Wayne als Batman den Riddler (Paul Dano), der seinen Widersachern immer einen Schritt voraus ist und mit ihnen - teilweise wortwörtlich - Katz und Maus spielt.

Apropos Katz: Bei seinem Kampf um Gerechtigkeit macht Batman Bekanntschaft mit der mysteriösen Selina Kyle alias Catwoman (Zoe Kravitz), die auf der Suche nach ihrer vermissten Freundin ist. Tief im korrupten Dschungel der Stadt kreuzen Mafiaboss Carmine Falcone (John Turturro) und Oswald Cobblepot alias Pinguin (Colin Farrell) die Wege des dunklen Rächers, der sich auch mit der Geschichte seiner eigenen Familie auseinandersetzen muss ...

Seit Tim Burton mit „Batman“ den Kinohit des Jahres 1989 lieferte, gehört das Franchise um den dunklen Rächer zu den wichtigsten des Blockbusterkinos. Die Leinwandgeschichte von Bruce Wayne und seinem Alter Ego begann allerdings deutlich früher - vor fast 80 Jahren.

Sein Leinwanddebüt gab Batman schon im Zweiten Weltkrieg in einer 15-teiligen, für das Kino produzierten Serie. Lewis Wilson spielte 1943 den ersten Batman. Die Serie „Batman“ mutet heute albern an - und hat einen anti-asiatischen Unterton, der der US-Kriegspropaganda dienen sollte. Bösewicht ist der japanische Agent Dr. Daka. Aber sie war stilprägend für alle Batman-Filme. Die berühmte „Bat Cave“, die geheime Untergrundhöhle, in der Bruce Wayne seine Ausrüstung lagert und sein Batmobil parkt, kommt hier erstmals vor. 1949 folgte die Fortsetzung „Batman and Robin“ mit neuem Darsteller Robert Lowery.

1966 ging Batman dann im US-Fernsehen in Serie. Die auf dem Bildschirm ausgeschriebenen Soundeffekte („Crash!“, „Boing!“) sind ein Stück TV-Geschichte. Die knallbunte, humorvolle und sehr selbstironische Serie mit Adam West als Batman, Burt Ward als Robin und zahlreichen überdrehten Schurken genießt heute Kultstatus und war anfangs ein Quotenerfolg. Parallel kam dazu der Film „Batman hält die Welt in Atem“ ins Kino. Nach drei Staffeln wurde die Serie jedoch eingestellt.

Dann kam Tim Burton und ebnete mit seinem für damalige Zeiten sehr düsteren Comicspektakel „Batman“ den Weg für andere Comic-Verfilmungen wie die späteren gigantischen Kinoerfolge des DC-Konkurrenten Marvel. Michael Keaton trug ein neues, ledernes Fledermauskostüm, das Batman deutlich bedrohlicher aussehen ließ. Jack Nicholson faszinierte als Joker. Und Gotham City wurde zur unbehaglichen, dystopischen Großstadt.

Drei Jahre später legte Tim Burton mit dem starbesetzten „Batman Returns“ nach. Michelle Pfeiffer sorgte als mysteriöse Catwoman im engen Lederdress für Aufsehen, Danny DeVito spielte den tragischen Bösewicht Pinguin und Christopher Walken den fiesen Tycoon Max Shreck.

Auf Wunsch des Studios Warner Bros. gab Regisseur Joel Schumacher der Batman-Reihe dann ein neues bunteres Flair, das die MTV-Generation ansprechen sollte. Tatsächlich wirkte „Batman Forever“ (1995) fast wie ein Musikvideo. Keaton sagte der neue Stil nicht zu, weshalb Val Kilmer als Batman übernahm. Jim Carrey als durchgeknallter Riddler und Tommy Lee Jones als Two-Face spielten die Bösewichte in dem überdrehten, visuell beeindruckenden Spektakel.

Neun Jahre bevor George Clooney für „Syriana“ einen Oscar als bester Nebendarsteller erhielt, zeigte er in „Batman & Robin“ (1997) dann eine weniger oscarreife Vorstellung. Weil Kilmer nicht zur Verfügung stand, wurde Clooney zu Batman und bekam es mit Arnold Schwarzenegger als Mr. Freeze und Uma Thurman als Poison Ivy zu tun. Der Film floppte und beendete die erfolgreiche Batman-Reihe. Ein bereits angekündigter, geplanter fünfter Film wurde nicht verwirklicht.

Und so läutete erst Christopher Nolan mit „Batman Begins“ und Hauptdarsteller Christian Bale 2005 eine neue Ära ein. Die düstere Trilogie gehört zum Besten, was die letzten 20 Kino-Jahre zu bieten hatten. Heath Ledger, der kurz nach den Dreharbeiten starb, erhielt 2009 posthum den Oscar für seine anarchische Joker-Darstellung im zweiten Teil „The Dark Knight“. Mit „The Dark Knight Rises“ fand die geniale Trilogie 2012 ihren Abschluss.

Für „Batman v Superman: Dawn of Justice“ (2016) und „Justice League“ (2017) übernahm schließlich Ben Affleck die begehrte Rolle. In beiden Filmen war Batman aber nicht mehr die alleinige Hauptfigur. Stattdessen macht er Bekanntschaft mit anderen berühmten Helden des DC-Universums wie Superman, Wonder Woman, Aquaman oder The Flash.

Nun also Robert Pattinson. Eigentlich hätte Affleck beim Solofilm Regie und erneut die Hauptrolle übernehmen sollen, doch diese Pläne platzten. Unter der Regie von Matt Reeves („Planet der Affen“) schlüpft „Twilight“-Vampir Pattinson in die Rolle des kultigen Fledermausmanns.

Seit 2015 liefen die Planungen - mehrere Drehbuch-Überarbeitungen und Start-Verschiebungen wegen der Corona-Pandemie später flattert Batman nun wieder über die Kino-Leinwände - und das ganz schön lang. Mit fast drei Stunden Laufzeit ist der düstere Thriller die längste Batman-Verfilmung.

Dass „Milchbubi“ Pattinson im Batmobil Platz nimmt, ließ eingefleischte Fans des Comic-Helden auf die Barrikaden gehen. Doch der 35-jährige Brite macht seine Sache außerordentlich gut. Zwar fehlt ihm die Stahlkraft eines Christian Bale, doch mit seinem Vorgänger Ben Affleck kann er es allemal aufnehmen, weiß sogar mehr zu überzeugen. Eher farblos und austauschbar bleibt Catwoman Zoe Kravitz, während Riddler-Darsteller Paul Dano überaus gekonnt den Rätsel-Schurken gibt und Andy Serkis der treuen Butler-Seele Alfred Pennyworth eine eher weniger steife Attitüde verleiht als so mancher Vorgänger.

Vom kaum wiederzuerkennenden Colin Farrell als Pinguin hätte man sich mehr Auftritte erhofft, aber nachdem „The Batman“ ja der Auftakt einer geplanten Trilogie ist, kann diese Hoffnung ja noch erfüllt werden.

Fazit: „The Batman“ ist ein finsterer Thriller, bei dem es Drehbuchautor und Regisseur Matt Reeves nicht mit der Action übertreibt - und das ist gut so. Das fast dreistündige Werk fesselt durchwegs, wird nie langweilig - wobei 30, 40 Minuten weniger Laufzeit dem Film (und den Zuschauern) gut getan hätten. Denn dieser intensive Streifen verlangt auch dem Kinobesucher einiges ab.

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