Kundgebung in Graz

Hunderte Steirer zeigen Solidarität mit Ukraine

Steiermark
26.02.2022 16:50

Nach Donnerstag und Freitag gab es am Samstagnachmittag die bis dato größte Solidaritätskundgebung für die Ukraine in der Steiermark. Am Grazer Hauptplatz versammelten sich mehrere hundert Menschen, um gegen den russischen Kriegsterror zu demonstrieren. Die Redner forderten quasi geschlossen härtere Sanktionen gegen Russland.

Rund 600 Ukrainer leben akuell in der steirischen Landeshauptstadt - viele von ihnen waren gestern am Grazer Hauptplatz, um auf den russischen Angriffskrieg auf ihr Heimatland aufmerksam zu machen und gegen den russischen Machthaber Wladimir Putin zu demonstrieren. Aber auch viele Österreicher schlossen sich den Protesten an. Mit Schildern wie „Stop Putin“, „Putin Terrorist“, „Putin du Vollarsch“ oder „Ohne Friede ist alles nichts“ und vielen blau-gelben ukrainischen Fahnen waren am Ende mehrere hundert Menschen dem Aufruf gefolgt.

Auch vor dem Grazer Rathaus weht die Flagge der Ukraine - am Abend werden dann der Uhrturm und auch der Landhaushof in den Nationalfarben des angegriffenen Landes beleuchtet werden. Nach einer Schweigeminute für die bisherigen Opfer des Krieges und der ukrainischen Nationalhymne (Gänsehaut inklusive) gab es dann eine Reihe von Reden. „Putin will die Restaurierung der alten Sowjetunion - er wird nicht aufhören, wenn er mit der Ukraine fertig ist. Dessen sollten sich alle in Europa bewusst sein“, appellierte Maksym Kitsera. „Er will auch die baltischen Staaten zurück und ein neutrales Polen, will dass die NATO ihre Soldaten aus Rumänien und Bulgarien abzieht. Auch Österreich kann sich nicht mehr sicher fühlen - das ist die neue Realität in Europa“, ist er überzeugt. „Auch ihr könntet eines Tages aufwachen und russische Panzer stehen wenige Kilometer vor Wien oder Graz.“

„Gegen Putins Krieg!“
Auch die Grazer und steirische Politik war bei der Kundgebung dabei. Selbst die kommunistische Bürgermeisterin Elke Kahr zeigte durch ihre Anwesenheit Solidarität mit der so leidgeprüften ukrainischen Bevölkerung, vor das Mikrofon trat sie allerdings nicht. Anders als Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne): „Nach 30 Jahren gibt es wieder Krieg in Europa und wir alle sind ein Teil davon. Volle Solidarität mit der Ukraine.“ Auf Ukrainisch und Deutsch schloss sie dann mit „wir stehen an der Seite der Ukraine, wir sind gegen Putins Krieg“. 

NEOS-Gemeinderat Philipp Pointner stellte in seiner Rede klar: „Bei einem Überfall, der erschreckend an jenen der Nazis auf Polen 1939 erinnert, darf es für Österreich einfach keine Neutralität geben.“ Und in Richtung FPÖ und auch KPÖ sagte er: „Der linke und rechte Rand des politischen Spektrums muss sich jetzt einfach zur europäischen Gemeinschaft bekennen. Wer jetzt nicht bereit ist, Sanktionen mitzutragen, ist schlichtweg herzlos.“

Steiermark für möglichen Flüchtlingsstrom gerüstet
Die ukrainischen Redner und Rednerinnen forderten quasi geschlossen härtere Sanktionen gegen Russland - von der Einschränkung der Visafreiheit für alle russischen Staatsbürger bis zum Gas- und Ölembargo. Dazu lag auch eine Liste auf, wo sich Steirer, die Flüchtlingen Unterkunft gewähren wollen, eintragen konnten. Darüber hinaus stellten sowohl Land als auch Caritas klar, dass es genügend Kapazitäten für mögliche Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in der Steiermark gibt. Am Mittwoch gibt es diesbezüglich auch einen Sicherheitsgipfel mit Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP).

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