Das gängige Bild ist jenes, dass Zusteller von Hunden angebellt oder gar angesprungen werden - um ihr Revier zu verteidigen. In der Wiener Donaustadt spielte sich das aber genau umgekehrt ab ...
Einen Schreckensmoment erlebte Thomas Forstner aus der Donaustadt, als er zufällig die Aufnahmen der Überwachungskamera an seinem Haus sichtete. Der Grund dafür war, dass er auf ein Paket wartete. Und dieses kam auch. Doch der Zusteller begnügte sich nicht nur damit, den gelben Zettel dafür in den Postkasten zu werfen.
Auf den Überwachungsvideos, welche am Abend aufgenommen wurden, ist nämlich zu sehen, wie sich der Mann vom Nachbarshund offenbar gestört fühlte. Also hob er einen Stein vom Boden auf und warf ihn in Richtung des Tieres.
„Fugy“ hat gebellt, dann kam der Steinwurf
„Ich konnte es gar nicht glauben“, schildert Forstner. Auf dem Video ist zu sehen, wie der Zusteller etwa vier Minuten vor seinem Haus verbringt und klingelt. Der Nachbarshund macht dabei keinen Mucks. „Erst als er begonnen hat, laut zu reden, hat sich ,Fugy‘ gemeldet und gebellt“, so der Wiener. Das passte dem Zusteller aber gar nicht. Nachdem er den Hund mehrmals mittels Körpersprache provoziert hatte, warf er den Stein (siehe Video oben).
Keine Konsequenzen?
„Es ist leider nicht genau zu hören, ob das Wurfgeschoss vom Zaun abprallte oder es das Jaulen des Hundes war“, berichtet er. Wie auch immer. Dieses aggressive Verhalten vonseiten des Zustellers, der übrigens nicht direkt bei der Post, sondern bei einem Partnerunternehmen angestellt ist, veranlasste Forstner dazu, es der Firma zu melden. „Ich wollte ein persönliches Gespräch mit einem Vorgesetzten, es rief mich aber lediglich eine Mitarbeiterin der Infozentrale zurück“, sagt er. Auch das persönliche Gespräch kurz darauf mit dem Zusteller half nichts.
Mitarbeiter wurde versetzt
Der Besitzer des Hundes, Michael M., fuhr sogar zur Postzentrale in der Donaustadt. Aber dort war entweder niemand zuständig oder niemand erreichbar. „Wir wollen nur, dass er in unserem Gebiet nicht mehr zustellt“, betont Forstner. Laut einem Unternehmenssprecher der Post wurde der betreffende Mitarbeiter in ein anderes Rayon versetzt. Er selbst habe das Fehlverhalten vehement abgestritten. „Das entspricht auf keinen Fall unseren Werten“, betont der Sprecher.
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