6000 neue Donaustädter

Stadtquartier Eibengasse soll neue Maßstäbe setzen

Wien
21.08.2026 16:00

Das geplante Stadtquartier Eibengasse für rund 6000 Menschen auf der „grünen Wiese“ bei der U2-Station Aspernstraße soll zur neuen Messlatte der Wiener Stadtentwicklung werden – nicht nur im Hinblick auf Lebensqualität, sondern auch in Sachen Transparenz aller Entscheidungen und Planungsschritte.

Zwar sollen erst „frühestens 2027“ die Bagger anrollen, aber trotzdem kann man schon jetzt fast jede einzelne Wohnung im künftigen Stadtquartier Eibengasse in Augenschein nehmen: Auch mit einer Transparenz-Offensive will Wien im neuen Donaustädter Grätzel für rund 6000 Bewohner zeigen, dass und was man aus der Entstehung bisheriger aus dem Boden gestampfter Stadtteile gelernt hat.

Flut an Informationen
Projekte, Pläne, Visualisierungen und mehr werden nicht nur bei einer Ausstellung bis zum Sonntag, dem 23. August (Nordwestbahnstraße, 1200 Wien, 12-17 Uhr, Eintritt frei) präsentiert, die Ausstellung ist auch im Internet virtuell zu besuchen. Wer will, kann sich dabei in endloser Detailtiefe über das Projekt informieren, bis hin zur geplanten Verfliesung in der Erdgeschoßzone eines bestimmten Bauteils. Demnächst sollen Vormerkungen für einzelne Wohnungen bereits möglich sein.

(Bild: Krone KREATIV)

Zusätzlich zu dieser Präsentation des Gebiets rund um die U2-Station Aspernstraße haben außerdem die Entwickler ihre Website zum Projekt, und Wiens Stadtplaner noch einmal eine. Das Rathaus will offenbar zeigen, dass man kein Problem damit hat, sich bei dem Stadtentwicklungsvorhaben genau auf die Finger schauen zu lassen: Zahllose Unterlagen, Ausschreibungen inklusive, stehen zum Download bereit. Wer will, kann sich darüber hinaus per Newsletter auf dem Laufenden halten lassen.

Deutliche Unterschiede zu bisherigen Konzepten
Zu den Plänen für das Karree zwischen Erzherzog-Karl-Straße und Langobardenstraße gab es zudem einen Qualitätsberat und laufend Veranstaltungen für Anrainer und Interessierte, um für ein reibungsloses Zusammenwachsen von alten Stadtteilen mit dem neuen zu sorgen und auf die Bedürfnisse künftiger Bewohner einzugehen. Es fällt etwa auf, dass Wege von Parkmöglichkeiten zur Wohnung im – autofreien – Grätzel oft deutlich kürzer sind als in der Seestadt, und dass gleich von Anfang an auf viel Grünflächen geachtet wird.

Insgesamt soll das rund 19 Hektar große Stadtquartier trotz geplanter 2600 Wohnungen, darunter rund zwei Drittel gefördert, kleinteilig wirken. Fast für jeden Block ist an einem Eck ein „Point of Interest“ geplant, der Zusammenleben und Nachbarschaft verankern soll. Auch sind die Puzzleteile des Stadtteils, von Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten über Bildungseinrichtungen bis zu Gemeinschaftseinrichtungen, viel stärker durchmischt als bei bisherigen Projekten.

Wohnfonds-Chef Gregor Pruscher inspiziert die Ausstellung mit Wohnbaustadträtin Elke ...
Wohnfonds-Chef Gregor Pruscher inspiziert die Ausstellung mit Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch.(Bild: Stadt Wien / Martin Votava)

Nevrivy ließ sich nicht blicken
Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) verspricht die Umsetzung der „hohen Ansprüche von Beginn an in allen Projekten“. Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) garantiert „moderne Infrastruktur, Öffi-Anbindung, Radwege, kurze Wegstrecken für den Alltags- und Lebensbedarf und hochwertige Grün- und Freiräume.“ Grund zum Feiern gäbe es damit wohl auch für den Donaustädter Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ). Der ließ sich aber, kurz nach dem Bekanntwerden seines Wunsches, Gemeindewohnungen „verklopfen“ zu wollen, nicht bei der Ausstellungseröffnung blicken.

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