Für Aufsehen sorgte die Ankündigung, dass Österreichs Bahnhöfe „trocken“ werden sollen. ÖBB-Chef Andreas Matthä verriet der „Krone“ Details.
Offiziell geht es nur um die Bitte von Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) an die ÖBB, zu „prüfen“, ob man Alkoholverbote an heimischen Bahnhöfen – die „Krone“ berichtete – zum Schutz des Personals und der Fahrgäste ausweiten könnte. In Wahrheit sind die Pläne schon weit gediehen.
ÖBB-Chef Andreas Matthä ließ gegenüber der „Krone“ durchblicken, dass man schon im Herbst mit neuen „trockenen“ Bahnhöfen im ganzen Land rechnen dürfe – und Wien dabei „oben auf der Liste“ stehe. Am Praterstern, in Floridsdorf und am Westbahnhof gilt bereits Alkoholverbot.
„Wechselseitiges Verständnis“
Der Grund, dass die ÖBB die Verbote nicht früher und nicht „mit einem Rumms“ (Matthä) verhängen, liegt an nötigen Gesprächen mit Geschäftsleuten auf den Bahnhöfen und noch mehr mit den jeweiligen Städten und Gemeinden, bei denen man „wechselweises Verständnis“ aufbauen müsse – Gemeinden vor allem deshalb, weil für Matthä „die Bahnhofsvorplätze meistens problematischer sind als die Bahnhöfe selbst“ und dort eben die Städte und Gemeinden das Sagen haben.
Die Alkoholverbote auf den heimischen Bahnhöfen werden nicht mit einem Rumms kommen, sondern eines nach dem anderen.

ÖBB-Chef Andreas Matthä
Bild: Eva Manhart
Für alle Beteiligten gilt: Neue Verbote brauchen Vorbereitung und bedeuten beträchtliche Kosten – für Polizeistreifen draußen und den ÖBB-Sicherheitsdienst drinnen, denn für Matthä ist klar: „Wenn man etwas verbietet, muss man es auch durchsetzen können.“
13 Bahnhöfe in Wien betroffen
Von den österreichweit 17 Bahnhöfen, die die ÖBB für neue Verbote „prüfen“ wollen, sind ganze zehn in Wien, vom Hauptbahnhof und Meidling bis hin zu Stationen wie der Traisengasse, und damit de facto alles abseits kleinerer S-Bahn-Stationen. Am Ende wären 13 von insgesamt 52 ÖBB-Stopps in Wien betroffen.
An der Spitze von Matthäs Wiener Liste steht offenbar der dem Gürtel zugewandte Teil des Hauptbahnhofs, auch wenn er kalmierend meint: „Da gibt es in Österreich andere Bahnhöfe, die mir weit mehr Sorgen bereiten.“
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