Portrait

Papier ist mehr als nur geduldig

Vorarlberg
21.02.2022 09:00
Porträt von Raimund Jäger
Von Raimund Jäger

Andrea Romagna-Miessgang setzt sich seit vielen Jahren für Kunst und Kultur in Hard ein und betreibt mit der „Galerie Z“ eine der spannendsten Ausstellungsstätten des Landes.

Wen es um Grafik geht, ist die Landstraße 11 in Hard sicher die erste Adresse im Ländle. Im Untergeschoß des Hauses, das der Familie Miessgang gehört, ist seit 2007 die „Galerie Z“ beheimatet, die sich als „auf Zeichnungen und Arbeiten auf Papier spezialisiert“ bezeichnet. „Außer uns kenne ich im deutschsprachigen Raum nur eine weitere Galerie, die fast nur Grafiken ausstellt und die ist in Berlin“, so Gründerin Andrea, die auch Obfrau des Trägervereins ist.

Zeichnungen begleiteten sie auch durch ihr Berufsleben, unterrichtete sie doch bis vor einem halben Jahr an der HTL das Fachgebiet Textil und Mode und brachte so manchen Entwurf zu Papier. „Aktive Künstlerin war ich aber nie, ich war immer eher jene, die dafür sorgte, dass Kunst überhaupt passiert“, so die Schwester des bekannten Musikers, Autors und Journalisten Thomas Miessgang. Dies bewies sie vor allem in ihrer Heimatgemeinde Hard, wo sie sich über Jahrzehnte unter anderem in der der „Kulturwerkstatt Kammgarn“ engagierte und dies so effizient, dass sie der frühere Bürgermeister Harald Köhlmeier 2010 bat, der Gemeindevertretung beizutreten und den Kulturausschuss zu leiten.

„Grafik ist die Basis“
Zu diesem Zeitpunkt hatte Andrea ihren größten Coup bereits gestartet: „Ich wollte in Hard eine Ausstellungsplattform schaffen, was im Veranstaltungszentrum Kammgarn eher schwierig war. Als in unserem Stammhaus Räume frei wurden, griff ich daher zu“, so die zweifache Mutter und Veranstalterin von mittlerweile über 70 Ausstellungen in der „Galerie Z“.

„Die Grafik ist ja die Basis der Bildenden Kunst und sehr viele Künstler haben auch ein grafisches Werk, welches oft weniger bekannt ist“, weiß die 62-Jährige. In der Tat: Maler wie Richard Bösch oder Harald Gfader, Theoretiker wie Hubert Matt, Konzeptkünstler wie Marco Spitzar, Allrounder wie Tone Fink oder Bildhauer wie Gottfried Berchtold konnten in der „Galerie Z“ diese andere Seite ihres Schaffens zeigen.

Die Pandemie war natürlich auch für den Galeriebetrieb eine enorme Herausforderung, aber Andrea startete früher als andere wieder mit Ausstellungen: „Ich musste gegen meine eigene soziale Entwöhnung ankämpfen. Und die Gäste meinten bei den Vernissagen, dass es ihnen egal sei, wenn kein Drumherum stattfindet - Hauptsache, es gibt wieder Kunst“, freut sich Andrea, die sich Kraft und Ideen im eigenen Gemüsegarten holt. Für das Frühjahr ist in der „Galerie Z“ einiges geplant: Am 3. März steht die Vernissage mit Lorenz Helfer auf dem Programm, es folgen Ausstellungen von Marco Spitzar und Anita Frech.

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