Do, 13. Dezember 2018

Bin-Laden-Versteck

16.05.2011 12:06

Geheimdienst-Tipp aus Kabul lag 2007 nur 20 km daneben

Der frühere afghanische Geheimdienstchef hat nach eigenen Angaben seit Jahren gewusst, dass Osama bin Laden sich in Pakistan versteckte. Amrullah Saleh sagte dem US-Fernsehsender CBS am Sonntag, er habe den pakistanischen Behörden vor vier Jahren entsprechende Hinweise gegeben, sei aber abgewiesen worden. Den genauen Aufenthaltsort Bin Ladens wusste er zwar nicht, sein Tipp lag aber nur 20 Kilometer daneben.

Saleh erklärte, der afghanische Geheimdienst habe angenommen, dass Bin Laden sich in der pakistanischen Stadt Mansehra versteckt hatte. Die Stadt liegt rund 20 Kilometer von Abbottabad entfernt, wo Bin Laden schließlich vor zwei Wochen von einer Kommandoeinheit der US Navy Seals getötet wurde.

Saleh ist ein prominenter Kritiker der Bemühungen des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai, Friedensverhandlungen mit den Taliban aufzunehmen. Er sagte CBS, die USA sollten Pakistan als feindlich gesinntes Land betrachten. Die Regierung nehme das Geld aus Washington, kooperiere aber nicht im Kampf gegen den Terrorismus und trage zur Verbreitung von Atomwaffen bei.

Afghanen froh über Bin-Laden-Tod
In Afghanistan wird der Tod Bin Ladens offenbar mit Erleichterung aufgenommen. Laut einer Umfrage des renommierten Thinktanks "International Council on Security and Development" (ICOS) begrüßen insgesamt 68 Prozent der Afghanen die Nachricht vom Tode Bin Ladens. In Marjah, einer Taliban-Hochburg in der südlichen Provinz Helmand, bezeichneten dagegen 71 Prozent der Befragten den Tod des Terrorchefs als eine schlechte Nachricht.

"Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass der Tod Bin Ladens gut aufgenommen wurde", meint ICOS-Chefin Norine MacDonald. Das sei ein Zeichen für eine positive Entwicklung bei der Übergangsstrategie der internationalen Gemeinschaft, sagte MacDonald mit Blick auf den geplanten Abzug der ausländischen Truppen aus Afghanistan.

Gates warnt vor schnellen Schlüssen bei Truppenabzug
Vor einem beschleunigten Abzug warnte am Sonntag aber just der scheidende US-Verteidigungsminister Robert Gates. Nach der Tötung Bin Ladens waren Forderungen laut geworden, den geplanten Truppenabzug zu beschleunigen, da es keinen Grund mehr für die hohe Zahl der am Hindukusch stationierten Soldaten gebe. Der Einsatz sei eine Reaktion auf die Anschläge vom 11. September gewesen, um zu verhindern, dass Terroristen der Al-Kaida Afghanistan als Rückzugsort benutzten. Es seien jedoch lediglich noch etwa 200 Al-Kaida-Kämpfer in Afghanistan aktiv, während die NATO dort mehr als 140.000 Soldaten stationiert habe.

Gates sagte, die Tötung Bin Ladens könne die Situation im Krieg in Afghanistan verändern. "Wir könnten am Ende des Jahres an einem Punkt angelangt sein, an dem wir in Afghanistan über den Berg sind", sagte der Verteidigungsminister. Derzeit sei es aber noch zu früh, um derart weitreichende Schlüsse über einen beschleunigten Abzug zu ziehen.

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