Aktion in Florenz

Hohe Stromkosten: Spendensammlung für Pensionisten

Ausland
13.02.2022 10:06

Die norditalienische Stadt Florenz startet eine Spendenkampagne zur Unterstützung von rund 30.000 älteren Menschen, die sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden und die stark steigenden Energierechnungen nicht mehr bezahlen zu können. Da die Stadtverwaltung selbst bereits mit zunehmenden Stromkosten überfordert ist, die sich allein für Büros und Räumlichkeiten auf zehn Millionen jährlich belaufen, ruft sie zur Solidarität auf.

Der Florentiner Bürgermeister Dario Nardella hat daher eine groß angelegte Spendenaktion, an der sich Privatpersonen und Unternehmen beteiligen können, ins Leben gerufen. „Adoptiere eine Stromrechnung“, lautet der Slogan. Damit kann man auf konkrete Weise älteren Menschen unter die Arme greifen, die wegen der hohen Energiepreisen in Schwierigkeiten geraten sind. Jeder kann so viel spenden, wie er möchte.

Die Stiftung und die Stadtverwaltung verteilen die Spenden entsprechend den Empfehlungen des lokalen Wohlfahrtsnetzwerks. „Mit dieser Initiative wollen wir den schwächsten Teile der Bevölkerung unterstützen“, sagt Sara Funaro, die für das Sozialwesen zuständige Stadträtin.

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Mit dieser Initiative wollen wir den schwächsten Teile der Bevölkerung unterstützen.

Sara Funaro, Stadträtin in Florenz

Bereits in der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr 2020 hatte der Florentiner Bürgermeister Nardella einen Plan zur Unterstützung von Familien in Not lanciert, die einige Hunderttausend Euro an Spenden einbrachte.

Bevölkerung altert stark
Die Bevölkerung altert in Florenz stark. 96.500 von 370.000 Einwohnern sind über 65 Jahre alt. Im Jahr 2000 lag der Prozentsatz der Bevölkerung im Alter von über 65 Jahren bei 24,8 Prozent, derzeit sind es 27,6 Prozent und der Trend ist steigend. Wegen der niedrigen Pensionen belasten die steigenden Energiekosten viele ältere besonders. Hinzu kommt, dass viele ältere Menschen allein und ohne ein Unterstützungsnetz leben. Schätzungen zufolge lebt ein Drittel der über 65-Jährigen allein. Das sind etwa 33.000 Menschen, davon sind 12.000 über 80 Jahre alt.

Die Regierung von Premier Mario Draghi arbeitet an einem Maßnahmenpaket, um Familien und Unternehmen wegen der steigenden Energiekosten zu unterstützen. Mindestens fünf Milliarden Euro sollen dafür aufgebracht werden. Das Paket soll kommende Woche verabschiedet werden. Die Regierung hatte bereits 5,5 Milliarden Euro zur Abfederung der negativen Auswirkungen der hohen Energiepreise locker gemacht.

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