Sa, 18. August 2018

Kopf-an-Kopf-Rennen

15.05.2011 12:30

Ein Jahr davor: So würde Innsbruck heute wählen

Würden die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen am Sonntag stattfinden, dann gäbe es in Innsbruck ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen vier Parteien. Das (direkte) Rennen um den Bürgermeister-Sessel würde wiederum klar an die amtierende Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer ("Für Innsbruck") gehen. Das geht aus einer topaktuellen Umfrage hervor, die IMAD im Auftrag der "Tiroler Krone" durchführte.

Das renommierte Tiroler Marktforschungsinstitut IMAD hat 400 wahlberechtigte Innsbrucker im Mai telefonisch befragt, die maximale Schwankungsbreite liegt bei plus/minus 4,9 Prozent.

Das "Ergebnis" der Gemeinderatswahl
"Für Innsbruck" - 20,0 Prozent
SPÖ - 19,1 Prozent
Grüne - 19,0 Prozent
ÖVP - 18,8 Prozent

"Würde jetzt gewählt, dann gäbe es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen vier Parteien. Unter Einbeziehung der Schwankungsbreite könnte theoretisch jede der vier angeführten Parteien bzw. Listen voran liegen, wenngleich unter Einbeziehung der Ausgangslage vermutlich 'Für Innsbruck' knapp die Nase vorne haben würde", analysiert Politikwissenschafter Professor Christian Traweger von der Universität Innsbruck im Gespräch mit der "Krone".

Liste Federspiel vor der FPÖ
Für die Liberalen mit Christian Kogler dürfte es laut Traweger mehr als knapp werden. Die Freiheitlichen werden hingegen dazugewinnen: "Zusammen mit der Liste Federspiel werden sie wohl auf 20 Prozent kommen." Die Liste Federspiel würde 10,8 Prozent, die FPÖ 7,9 Prozent und die Liberalen 1,4 Prozent erreichen.

Wen würden Sie als Bürgermeister wählen?
Dabei hat die amtierenden Bürgermeisterin Oppitz-Plörer ("Für Innsbruck") derzeit mit 32 Prozent klar die Nase vorne. Marie-Luise Pokorny-Reitter (SPÖ) würden 20 Prozent wählen, Franz X. Gruber (ÖVP) 19 Prozent, Rudi Federspiel 18 Prozent, Sonja Pitscheider (Grüne) 7 Prozent und Richard Heis (FPÖ) 4 Prozent.

Stichwahl fast sicher
"Bei dieser Frage wird es im ersten Wahlgang sicher zu keinem eindeutigen Ergebnis kommen. Wer neben Oppitz-Plörer in die Stichwahl kommt, ist aus heutiger Sicht nur schwer zu beantworten. Federspiel könnte mit 18 Prozent bereits nach oben ausgereizt sein, während Pokorny-Reitter und Gruber noch etwas Potenzial haben", glaubt Traweger.

Viel spannender wird für ihn jedoch die Frage, ob sich ÖVP-Mann Franz Gruber überhaupt der Herausforderung einer Bürgermeister-Dirketwahl stellen wird. "Eine Kandidatur wäre für die Innsbrucker ÖVP eine große Chance, das seit Langem beste Ergebnis zu erreichen. Verzichtet er jedoch auf eine Kandidatur zum Bürgermeister und arbeitet mit 'Für Innsbruck' zusammen, dann könnten sich manche Wähler gleich überlegen, 'Für Innsbruck' zu wählen. Für die Innsbrucker Volkspartei gäbe es jetzt die große Chance, verlorenen Boden der letzten Jahre wieder einigermaßen gut zu machen", analysiert Professor Traweger.

von Markus Gassler, Tiroler Krone

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