Mississippi-Flut

Entlastungskanal geöffnet, um Städte zu schützen

Ausland
15.05.2011 08:49
Um die Deiche um New Orleans und Baton Rouge von den Hochwasserfluten des Mississippis zu entlasten, haben die Behörden im US-Staat Louisiana am Samstagabend einen Hochwasserentlastungskanal geöffnet. Damit drohen rund 7.700 Quadratkilometer Land mit Feldern und Fischzuchtbetrieben meterhoch überschwemmt zu werden. Die Behörden gehen aber davon aus, mit der Maßnahme eine größere Katastrophe flussabwärts zu verhindern.

In dem betroffenem Gebiet wohnen rund 24.000 Einwohnern, die bereits im Vorfeld auf das Schlimmste vorbereitet wurden. Das Rote Kreuz bereitete am Samstag Notunterkünfte für die Menschen vor und Louisianas Gouverneur Bobby Jindal forderte die Einwohner der betroffenen Region auf, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. "Jetzt ist die Zeit gekommen, um aktiv zu werden. Trödelt nicht. Hofft nicht, dass sich etwas ändert", so Jindal.

Es war das erste Mal seit 38 Jahren, dass die Schleuse des Hochwasserentlastungskanals Morganza nördlich von Baton Rouge geöffnet wurde. Im Jahr 1973 wurde sie zum letzten Mal geöffnet und dabei beschädigte das abgeleitete Flutwasser zahlreiche Häuser in der Stadt Butte LaRose.

Mississippi bald für große Schiffe gesperrt?
Sollte der Wasserstand des Mississippis bei New Orleans - einem der wichtigsten Häfen der Welt - noch stärker ansteigen, müsse über eine Einschränkung des Schiffsverkehrs nachgedacht werden, teilte die Küstenwacht am Donnerstag mit. Möglicherweise werde der Mississippi für die größten und schwersten Schiffe gesperrt.

Der Mississippi ist mit knapp 3.800 Kilometern einer der längsten Flüsse der Welt. Er entspringt im nördlichen US- Bundesstaat Minnesota, fließt durch den mittleren Teil der Vereinigten Staaten und mündet in den Golf von Mexiko.

Schlimmstes Hochwasser seit 1937
Das Hochwasser im Mississippi-Tal ist nach Angaben des US-Wetterdienstes das größte seit 1937. Ursache des Hochwassers sind heftige Regenfälle im vergangenen Monat, die die ohnehin durch die Schneeschmelze bereits angeschwollenen Flüsse zum Überlaufen bringen. Den Überschwemmungen vorausgegangen waren schwere Stürme in der Region sowie eine Serie von Tornados, durch die insgesamt 350 Menschen ums Leben kamen.

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