Di, 19. Juni 2018

Folgen angedroht

14.05.2011 14:28

Pakistan: "Angriffe der USA sind inakzeptabel"

Das pakistanische Parlament hat den USA mit Konsequenzen gedroht, wenn sie nicht umgehend ihre Drohnenangriffe in Pakistan einstellen. Nach einer zehnstündigen Sitzung bezeichnete das Parlament in Islamabad die Angriffe als "inakzeptabel". "Solche Drohenangriffe müssen unverzüglich gestoppt werden, andernfalls wird die Regierung gezwungen sein, notwendige Schritte in Erwägung zu ziehen."

Diese Schritte würden beispielsweise die Rücknahme der Erlaubnis an die NATO, Transitwege zu nutzen, beinhalten, erklärten die Parlamentarier. Die NATO nutzt Pakistan als Transitland, um Nachschub nach Afghanistan zu bringen.

Außerdem verlangte das pakistanische Parlament die Einsetzung einer unabhängigen Untersuchungskommission zum US-Kommandoeinsatz in Abbottabad, bei dem am 2. Mai Al-Kaida-Chef Osama bin Laden getötet wurde. Die Abgeordneten riefen die Regierung auf, die Verantwortlichkeiten für diesen Einsatz zu klären und dafür zu sorgen, dass sich so ein Vorfall nicht wiederhole.

Drohnenangriffe seit langem kritisiert
Pakistan kritisiert seit langem die Angriffe von unbemannten Kampfjets des US-Geheimdienstes CIA auf seinem Staatsgebiet und die dadurch immer wieder herbeigeführte Tötung Unschuldiger.

Als Reaktion auf den Tod dreier pakistanischer Soldaten durch einen Drohnenangriff sperrte Pakistan im vergangenen Jahr zeitweise einen Grenzübergang nach Afghanistan, um Nachschubtransporte für die NATO-Truppen in Afghanistan zu behindern. Immer wieder verüben Islamisten in Pakistan Anschläge auf die NATO-Lastwagen. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP verdoppelten die USA die Zahl ihrer Drohnenangriffe im Jahr 2010 auf mehr als 100 und töteten dabei mehr als 670 Menschen.

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