Neue Protestaktion

Hilfeschrei der Vorarlberger Pflegekräfte

Vorarlberg
29.01.2022 07:55

Die Gewerkschaft macht erneut auf den Pflegenotstand aufmerksam. In Bregenz hängen seit Freitag drei große Würfel, die auf den Personalmangel hinweisen sollen. „Wir machen so lange weiter, bis das Land endlich reagiert“, kündigt LKH-Zentralbetriebsrat Thomas Steurer an.

Auf den drei großen Würfeln, die derzeit vom ÖGB-Haus in der Landeshauptstadt hängen, sind die Slogans „Schluss mit Sparen“, „Krise zeigt Pflegenotstand“ und „Pflegereform JETZT“ zu lesen, hinterlegt sind die Parolen jeweils mit einem Warnzeichen. Vorrangiges Ziel der Kampagne ist es, Aufmerksamkeit zu erzeugen: „Wir wollen nicht nur die Politik, sondern auch die Bevölkerung über die schwierigen Arbeitsbedingungen aufklären, unter denen das Pflegepersonal zu leiden hat“, erklärt der Landesvorsitzende der GÖD-Gesundheitsgewerkschaft, Thomas Steurer. Zudem sei die Aktion auch als Wink an die Landesregierung zu verstehen: „Dass sich das Thema im Sand verläuft, wie manche Politiker wohl meinen, werden wir zu verhindern wissen. Wir machen weiter. Es sind auch wieder bundesweite Protestaktionen in Planung“, kündigt Steurer an. „Die Politik muss endlich aufwachen und sich mit uns an einen Tisch setzen, um eine Lösung zu finden. Das Pflegepersonal braucht Perspektiven, sonst werden immer mehr Mitarbeiter den Job an den Nagel hängen.“ 

Zitat Icon

Die Landesregierung muss endlich aufwachen und sich mit uns an einen Tisch setzen, um eine Lösung zu finden.

Zentralbetriebsrat Thomas Steurer

Bis 2030 braucht es1500 neue Pflegekräfte
Positiv sei immerhin, dass der Vorschlag der Gewerkschaft aufgegriffen wurde, die Pflegekräfte über Unterstützungspersonal etwa bei der Administration und nichtpflegerischen Tätigkeiten zu entlasten. Mittel- bis langfristig brauche es aber mehr Personal, eine Gehaltsreform und eine Ausbildungsoffensive.

Die jüngste Personalbedarfsanalyse im Auftrag der Landesregierung bestätigt den dringenden Handlungsbedarf: In Vorarlberg wird es bis zum Jahr 2030 fast 1500 neue Pflegekräfte brauchen. 2017 ging das Land noch von einem Bedarf von 400 Stellen aus. „Bei der Studie ist das rausgekommen, was wir erwartet haben: Die Lücke ist noch größer geworden“, so Steurer. Vor allem im gehobenen Dienst - also bei den diplomierten und akademischen Pflegekräften - würden Mitarbeiter fehlen. „Die vom Land forcierte Pflegelehre würde da auch nichts bringen, sondern nur neue Probleme schaffen.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Vorarlberg
29.01.2022 07:55
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

17° / 29°
Symbol stark bewölkt
20° / 33°
Symbol bedeckt
18° / 31°
Symbol stark bewölkt
17° / 32°
Symbol bedeckt
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung