21.01.2022 20:00 |

On board gefilmt

Video: Bugatti rast mit 417 km/h über die Autobahn

Geländewagen sehen nie echtes Offroad und Bugattibesitzer fahren ihre Boliden nie aus? Pfff! Vorurteile! Der Besitzer eines Chiron (und eines Veyron, am Rande bemerkt) hat seinen Boliden von der Leine gelassen und nicht nur sich selbst einen Gefallen damit getan, sondern auch allen Autofans: Er hat die Fahrt gefilmt. Und wer würde eine Fahrt mit mehr als Tempo 400 auf einer öffentlichen Autobahn nicht sehen wollen?

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Noch lieber wäre uns natürlich, selber am Steuer des 1500-PS-Sechzehnzylinders zu sitzen. Aber die Vorbereitungen dafür soll dann doch bitte der Besitzer treffen, denn es ist nicht damit getan, einfach einzusteigen und loszudüsen.

Ok, erst mal braucht man ein passendes Autobahnstück. Lang, breit, leer am besten. Kenner wissen: So etwas findet man in Deutschland auf der A2 zwischen Berlin und Hannover, da machen auch langsamere Autos Spaß, also solche, die läppische 300 laufen. Oder gar bei 250 km/h abgeregelt werden. Übrigens ein schönes Reisetempo auf besagtem Autobahnabschnitt. Wenig Verkehr, dreispurig, kein Tempolimit.

Dann musste der Chiron ins Werk nach Molsheim, wo er durchgecheckt wurde. Bugatti gab höchstoffiziell die Freigabe. Nun wurde es aufregend für Radim Passer. Der 58-jährige tschechische IT-Multi-Millionär hatte bereits eine Rekordfahrt mit seinem Veyron hinter sich, die erst im dritten Anlauf klappen wollte. Beim ersten Versuch war es so kalt, dass das Auto nicht die volle Leistung freigab, beim zweiten zickte das Getriebe.

Dieses Mal, morgens 3.55 Uhr in Deutschland, im Juli 2021, stehen die Zeichen aber auf Rekord, als Passer losfährt. Er steckt den zusätzlichen High-Speed-Schlüssel, der sonst ungenutzt links unten am Fahrersitz auf seinen Einsatz wartet, ins Schloss und dreht ihn. Das Auto durchläuft eine Testroutine. An deren Ende zeigt es an: Alles okay! Damit steigt die Höchstgeschwindigkeit von 380 auf 420 Stundenkilometer.

Er fährt auf die Autobahn, bei Wittenberg rechts ran, startet die Kameraaufnahme, der Tacho des Bugatti ist links im Bild eingeblendet, die per GPS gemessene Geschwindigkeit rechts. Um 4.50 Uhr lässt er noch einen Audi A6 Avant vorbeizischen, gibt Gas und überholt ihn kurz danach mit gemächlichen 178 km/h.

Blauer Himmel, zartes Morgenrot, noch eine leichte Linkskurve mit 200, dann geht der Stempel runter. Vor uns liegt eine Zehn-Kilometer-Gerade. Neun Sekunden später zeigt das GPS 300 km/h, das erste Auto taucht auf der rechten Spur auf, Passer verlässt kurz die mittlere Spur, aber nicht ganz, und lässt den Punto mit 330 km/h stehen. Der Zifferntacho zählt nach oben wie sonst die Euro-Anzeige an der Zapfsäule. Sieben Sekunden bis 350. Weiter. Ein alter Passat. Wie brav alle auf der rechten Spur fahren! Nach 14 Sekunden 400 km/h!

Mittlerweile beruhigt sich die Anzeige etwas. Zu hören ist vor allem der Fahrtwind, nichts vom Achtliter-Triebwerk hinter den Sitzen. Die nächsten Autos rasen heran. Auch brav. Noch eines. Und noch ein paar. Passer reagiert. Bei 414 km/h geht er leicht vom Gas, 390 km/h scheinen ihm Sicherheit zu geben, dann will er’s wissen, trotz weiterer Autos, die ja immer ein potentielles Risiko darstellen. Ausweichen, schnell stehen bleiben ist bei dem Tempo nicht drin.

Dann zuckt das GPS zwischen 416 und 417 hin und her, schneller geht’s nicht. Der Tacho zeigt 414. Passer geht vom Gas, schaut in die Kamera, reckt beide Fäuste zur Siegerpose und jubelt. Ein neuer Rekord ist ihm gelungen, der für die schnellste gefahrene Geschwindigkeit auf einer öffentlichen Straße. Der zum Bremsen aufgestellte Heckflügel zeigt eine Freundlichkeit: „Have a nice day“!

Trotzdem fehlen 3 km/h auf die angegebene Höchstgeschwindigkeit. Wäre interessant, was Bugatti dazu sagt. Vier Millionen Euro teuer, aber am eingetragenen Tempo scheitern, würde nicht jeder einfach so stehen lassen. Aber jeder wird das auch nicht merken. Und Passer hat wohl andere Prioritäten.

Passers Botschaft an seine Zuschauer: „We hope you enjoy the video and yes, we made this video for you to feel the excitement in the Chiron, but also to consider a relationship with Jesus, who brings true love, joy and hope to anybody who comes to Him.“

Vielleicht kommt ein neuer Versuch nach einer neuen Durchsicht in Molsheim. Oder Passer startet nächstes Mal einen Einsatz im Gelände - mit dem künftigen Bugatti-SUV.

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