Die 43-jährige Tirolerin hatte im Frühjahr 2009 beschlossen, mit ihrem Lebensgefährten Schluss zu machen. "Das Verhältnis passte nicht mehr, auch meine Tochter verstand sich überhaupt nicht mit ihm, und ich saß oft zwischen den Stühlen", erklärte die Frau als Zeugin vor dem Innsbrucker Landesgericht.
Doch die Trennung wollte ihr Freund offenbar nicht so einfach hinnehmen. Der 41-Jährige schickte ihr wiederholt E-Mails und SMS und belästigte die Frau auf diese Weise. Das Fass zum Überlaufen brachte aber die überquellende Mail-Box. Rund 30 E-Mails von Sex-Websites erreichten die Betroffene täglich - und bald war der Sündenbock gefunden.
"Wollte Geld eintreiben"
"Mein Ex hat mich auf diesen Seiten angemeldet", berichtete sie - und so begannen die Ermittlungen, die nun in einem Gerichtsprozess endeten. Der 41-Jährige war wegen "beharrlicher Verfolgung" angeklagt. Vor dem Richter bestritt er die Anmeldungen, gab aber immerhin die SMS und die E-Mails zu.
Er habe damit aber nur Geld eintreiben wollen, das ihm seine ehemalige Geliebte noch immer schuldete. Stück für Stück musste er aber bei den Befragungen dann zugeben, dass auch SMS mit eindeutig sexuellem Inhalt dabei waren.
Geldstrafe verhängt
Der Angeklagte bestritt auch, Nacktfotos der Frau ins Internet gestellt zu haben - er sagte, das hätte man gemeinsam gemacht. "Dass Sie der Ausgangspunkt allen Übels sind, sieht man an den SMS, die Sie ja zugeben", erklärte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Kurz zuvor hatte er eine Geldstrafe in der Höhe von 2.400 Euro verhängt. Die Hälfte auf Bewährung.
von Stefan Ruef (Tiroler Krone) und krone.at
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