09.01.2022 17:00 |

Jürgen Weishäupl

Immer auf der Suche nach einem Abenteuer

Von Lauterach nach Palermo, von den Festspielen zur Kunsthalle, vom Kulturmanager zum Öko-Aktivisten: Jürgen Weishäupl führt ein überaus spannendes Leben.

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Vor 100 Jahren hätte man ihn noch als „Teufelskerl“ bezeichnet, heute trifft eher der Begriff „Tausendsassa“ zu: Als Projektleiter, Kurator, Clubbing-Veranstalter, Zirkus-Manager, Gelegenheits-Sänger und „Green Deal“-Koordinator war und ist Jürgen ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

„Mein Großvater erfand Gisel-Putz, das führende Reinigungsmittel für Blasinstrumente. Als ich die HAK besuchte, war das Weiterführen des elterlichen Chemiebetriebs noch eine Option.“ Es sollte anders kommen, entdeckte er doch schon als Jugendlicher jene Leidenschaften, die ihn ein Leben lang begleiten sollten: das Reisen und die Kultur. So bewarb er sich spontan für die Regieklasse im Max-Reinhardt-Seminar: „Ich kam zwar unter die letzten fünf, genommen wurden aber nur drei“, kann der 52-Jährige heute über dieses Wagnis schmunzeln.

Für die Regieassistenz bei den Bregenzer Festspielen reichte es aber allemal. Im Laufe der Zeit wurden seine Aufgaben bei der Vorarlberger Kulturinstitution immer verantwortungsvoller. Aber Jürgen wäre nicht Jürgen, hätte er nicht etwas Neues gesucht - und gefunden: „Die Geschäftsführung des DDR-Staatszirkus kurz nach dem Mauerfall war ein Flop, Palermo dagegen war erfolgreich!“

In der sizilianischen Metropole veranstaltete Jürgen nicht nur mehrmals das „Festino“, eines der größten Volksfeste Europas, er gründete und leitete auch den Kulturverein „Montodondo“, eine Art „Warhol Factory“ für die Kulturschaffenden der Stadt.

„Ich habe mich neu in Vorarlberg verliebt“
Weitere Stationen - neben einem Studium der Theaterwissenschaften wohlgemerkt - waren die Betriebsführung der Tiroler Festspiele Erl, verschiedenste Tätigkeiten in der Kunsthalle Wien oder die künstlerische Leitung für das Rahmenprogramm der Fußball-Europameisterschaft im Auftrag der Bundesregierung. Zu Letzterem kam er durch eine glückliche Fügung: „Ich sang auf einer Gala für Heinz Fischer. Und auch wenn Staatsoperndirektor Ioan Holender meinte, dass es ein Fehler war, mich als Sänger zu engagieren, ergab sich daraus diese tolle Aufgabe“, lacht Jürgen.

Seit einiger Zeit lebt er wieder Ländle - „ich habe mich wieder neu in Vorarlberg verliebt“. Nach der Mitarbeit am EU-Kulturhauptstadtprojekt „Dornbirn+“, engagiert er sich aktuell im Rahmen der Initiative „Moll des goht“ für den „European Green Deal“, der die Modellregion Vorarlberg bis 2030 klimaneutral machen soll - „das wird uns auch gelingen“, ist Jürgen überzeugt. Bis 2030 ist es noch einige Jahre hin, aber eines ist gewiss: Das nächste Abenteuer wartet schon!

Raimund Jäger
Raimund Jäger
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