Mi, 15. August 2018

Generationentreff

29.04.2011 13:11

Zwei Generationen und ein Ring in "WWE All Stars"

"Oooooh yeeeah!", dröhnte es selbstzufrieden aus seinem Mund, wenn er wieder eine "Nacho madness" angekündigt hatte: Randall Mario Poffo war nicht nur ob seines sprachlichen Markenzeichens eine der Lichtgestalten im amerikanischen Wrestling-Sport der 80er-Jahre. Besser bekannt ist er als "Macho Man" Randy Savage, der neben dem "Hulkster" Hulk Hogan, The Ultimate Warrior, "Rowdy" Roddy Piper und einigen anderen für leuchtende Augen der Fans sorgte.

Abgesehen von den Kostümen, die in ihrem grellen Neon-Look der 80er-Jahre heutzutage reichlich peinlich wirken, waren sie doch die wahren Helden. Wer ist denn im Vergleich dazu schon ein Ray Mysterio? Die aktuelle Riege der Wrestling-Superstars hätte doch niemals eine Chance gegen diese Legenden gehabt - oder etwa doch?

THQ, bekannt durch seine "Smackdown vs. Raw"–Serie, bietet nun die Gelegenheit, herauszufinden, wer der beste Wrestler aller Zeiten ist. In "WWE All Stars" sind sie so gut wie alle vertreten: Andre the Giant, Bret "The Hitman" Hart, Sgt. Slaugther, Jimmy Snuka "Superfly", Hulk Hogan, Ultimate Warrior, Undertaker, Kane, Edge, John Cena, Rey Mysterio und noch einige mehr.

Kenner der THQ-Wrestling-Spiele werden sich steuerungstechnisch rasch zurechtfinden. Die Spielmechanik basiert auf der erfolgreichen "Smackdown vs. Raw"-Serie, allerdings in vereinfachter Form. Das kommt vor allem Neueinsteigern zugute. Wer sich jedoch eine wilde Prügelei erhofft, wird enttäuscht. Wild auf die Buttons zu hämmern, hat im Endeffekt nur eine schmerzhafte Niederlage zur Folge.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt vielmehr im gezielten Kontern, allerdings sind die CPU-Gegner auf diesem Gebiet bisweilen schon fast zu perfekt. Wutschnaubende Unmutsäußerungen garantiert auch die nicht immer tadellose Steuerung, die sich insbesondere dann Schwächen leistet, wenn das obere Ringseil erklommen werden möchte.

Besänftigend wirken die hervorragend nachempfundenen Einzüge der Kämpfer, begleitet von der originalen Einmarschmusik sowie vom Applaus und Johlen der begeisterten Menge. Die Grafik der Wrestler wirkt hingegen weniger realitätsnah als beim "Smackown vs. Raw"-Pendant und besitzt einen comichaften Einschlag. Diese Stilrichtung ist sicherlich eine reine Geschmacksfrage, passt jedoch recht gut in das arcade-lastige Konzept.

Damit nicht zu schnell gähnende Langeweile ausbricht, wird eine Vielzahl unterschiedlicher Spiel-Varianten angeboten. In "Fantasy Warfare" stehen zwar nur Kämpfe der Sorte "Zwei gegen Zwei" am Programm, dafür erfährt der Wrestling-Interessierte einiges über die Legenden und bekommt dank eingestreuter Originalszenen und -Sprecher pure WWF/WWE-Atmosphäre ins Haus geliefert. Letztendlich geht es aber auch beim Wrestling nur um den Titel. Der "Path of the Champions"-Modus trägt dem Rechnung. Bevor der Gürtel freudenstrahlend in die Höhe gestemmt werden darf, stehen einige harte Kämpfe auf dem Programm.

Für all jene, die sich nicht allein auf die körperlichen Fähigkeiten verlassen wollen, kommt der "Extreme Rule"-Modus gerade recht. Dies bedeutet nichts anderes, als dass dem Kontrahenten alles übergezogen werden darf, was nicht niet- und nagelfest ist. Der Gong der Ringglocke klingt denn auch viel schöner, wenn sie auf dem Kopf des Gegners landet.

Die Kämpfe gegen CPU-Gegner sind natürlich nur halb so spaßig wie jene gegen menschliche Kontrahenten. Der Online-Part leistet sich hierbei keine Schwächen. Sowohl die ruckfreie Darstellung als auch die Möglichkeit, alle offline verfügbaren Matcharten im Online-Modus zu spielen, zeugen von einem überzeugenden Gesamtpaket.

Fazit: Getreu dem Werbeslogan "Zwei Generationen, ein Ring" bittet "WWE All Stars" die besten Akteure der Wrestling-Geschichte zum Showdown - und bringt damit erfolgreich Abwechslung in die Jahr für Jahr meist nur leicht aktualisierten Wrestling-Titel. Die vereinfachte Spielmechanik sowie die nicht so realitätsnahe Darstellung sollen dabei wohl ein noch breiteres Publikum ansprechen, was jedoch nur zum Teil gelingt, da sich das Spiel in puncto Steuerung ein paar unnötige und frustrierende Schnitzer erlaubt. Insgesamt überwiegt jedoch der Spielspaß, sind es doch triumphale Momente wie jener, als der Hulkster mit seinem "Atomic Leg Drop" den Möchtegern-Helden Randy Orton auf die Bretter schickt, die für Glücksmomente sorgen.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, PS2, PSP, Wii
Publisher: THQ
krone.at-Wertung: 8/10

von Harald Kaplan

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