Die Entwickler von Genuine Games haben sich an die Konsolenumsetzung eines der besten Filme überhaupt gewagt. „Fight Club“ ist durch seine abgedrehte Handlung und genialen Darsteller zu einem echten Kultfilm geworden. Ein sehr mutiges Vorhaben den Film spielgerecht aufzubereiten und den Spieler damit statt an den Kinosessel, vor dem Bildschirm zu fesseln.
Die Entwickler haben aus dem Spiel ein Beat'em
Up-Game gemacht, da in Fight Club schließlich ordentlich
geprügelt wird. Auffällig ist neben einem schön
gemachten Hauptmenü die Onlinefähigkeit des Spiels,
sowie die darin enthaltene originale Filmmusik, bei der Bands
wie Limp Bizkit, Queens of Stone Age oder aber auch die Dust Brothers
und Korn den Spieler mit ihren Songs erfreuen.
Als Spielmodi stehen neben einem Trainings-, ein
Survival-, sowie ein Arcade- und ein Storymodus zur Verfügung.
Die 14 Charaktere, bei denen alle markanten Persönlichkeiten
des Films enthalten sind (nicht jedoch die Gesichter der Schauspieler
aus dem Film), unterteilen sich in Schläger, Ringkämpfer
und Martial Arts Spezialisten. Außer durch die Grafik, unterscheiden
sich die Kämpfer nicht - etwa durch den Kampfstil, wodurch
im Grunde genommen dem Spieler nur drei Varianten zur Verfügung
stehen.
Die Steuerung geht zwar leicht von der Hand, allerdings
ist ein Erlernen nicht wirklich notwendig, da durch simples, wildes
auf die Buttons hämmern fast jederzeit ganz leicht ein Sieg
über den Kontrahenten erreicht werden kann. Es stehen zwar
auch ein paar Special-Moves zur Verfügung, die, außer
einmal im Storymodus, nicht wirklich notwendig sind, um einen
Kampf zu gewinnen.
Dies führt dazu, dass der Storymodus mühelos
in einer knappen Stunde durchgespielt werden kann. Neben einer
sehr guten gemachten Anfangs- und Endsequenz gibt es hierbei zwischen
den einzelnen Kämpfen nur gnadenlos hässliche Standbilder
zu sehen, welche die Motivation weiterzuspielen sehr schnell sinken
lassen.
Die Grafik sieht für Playstation-Verhältnisse
sehr gut aus. Dies gilt auch für die Animationen der Kämpfer,
wobei es leider nur jeweils eine einzige Animation im Falle eines
Sieges oder einer Niederlage gibt. Die gut realisierten Soundeffekte
und insbesondere die superbe musikalische Untermalung, welche
aufgrund der oben genannten, bekannten Gruppen, erreicht wird,
sorgen für eine etwas besser gelaunte Miene des Spielers.
Anzumerken wäre noch, dass mit Blut nicht gespart
wird, denn die Kämpfe hinterlassen deutliche Spuren in den
Gesichtern der Kontrahenten und auch der Bildschirm bekommt schon
den einen oder anderen Spritzer ab. Bei den Special Moves ist
es zudem möglich, dem Gegner gekonnt den Arm zu brechen.
Diese Aktion wird zusätzlich noch durch eine Art kurze Röntgenaufnahme
dargestellt.
Fazit: Die erste Regel
des Fight Club lautet: "Ihr verliert kein Wort über den Fight
Club!". Dies wird wohl auch für das Spiel sehr bald gelten,
denn es dürfte recht schnell wieder in Vergessenheit geraten.
Eine gute Lizenz und die original Filmmusik machen
zusammen noch kein gutes Spiel. An ein Def Jam oder Mortal Combat
kommt es nicht einmal annähernd heran und kann deshalb nur
dem harten Kern der Fight Club Fans, welche auch großzügig
darüber hinwegsehen können, dass Tyler Durden in keinster
Weise Brad Pitt oder Edward Norton ähnelt, empfohlen werden.
Aufgrund der darin enthalten expliziten Gewaltdarstellungen
ist es zudem nur für ein erwachsenes Publikum geeignet.
Plattformen: PS2 (getestet), Xbox
Publisher: Sierra (Vivendi Universal Games)
Krone.at-Wertung: 51%
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