Kult-Prügler

Fight Club

Spiele
29.12.2004 15:16
Die Entwickler von Genuine Games haben sich an die Konsolenumsetzung eines der besten Filme überhaupt gewagt. „Fight Club“ ist durch seine abgedrehte Handlung und genialen Darsteller zu einem echten Kultfilm geworden. Ein sehr mutiges Vorhaben den Film spielgerecht aufzubereiten und den Spieler damit statt an den Kinosessel, vor dem Bildschirm zu fesseln.
Die Entwickler haben aus dem Spiel ein Beat'em Up-Game gemacht, da in Fight Club schließlich ordentlich geprügelt wird. Auffällig ist neben einem schön gemachten Hauptmenü die Onlinefähigkeit des Spiels, sowie die darin enthaltene originale Filmmusik, bei der Bands wie Limp Bizkit, Queens of Stone Age oder aber auch die Dust Brothers und Korn den Spieler mit ihren Songs erfreuen.
 
Als Spielmodi stehen neben einem Trainings-, ein Survival-, sowie ein Arcade- und ein Storymodus zur Verfügung. Die 14 Charaktere, bei denen alle markanten Persönlichkeiten des Films enthalten sind (nicht jedoch die Gesichter der Schauspieler aus dem Film), unterteilen sich in Schläger, Ringkämpfer und Martial Arts Spezialisten. Außer durch die Grafik, unterscheiden sich die Kämpfer nicht - etwa durch den Kampfstil, wodurch im Grunde genommen dem Spieler nur drei Varianten zur Verfügung stehen.
 
Die Steuerung geht zwar leicht von der Hand, allerdings ist ein Erlernen nicht wirklich notwendig, da durch simples, wildes auf die Buttons hämmern fast jederzeit ganz leicht ein Sieg über den Kontrahenten erreicht werden kann. Es stehen zwar auch ein paar Special-Moves zur Verfügung, die, außer einmal im Storymodus, nicht wirklich notwendig sind, um einen Kampf zu gewinnen.
 
Dies führt dazu, dass der Storymodus mühelos in einer knappen Stunde durchgespielt werden kann. Neben einer sehr guten gemachten Anfangs- und Endsequenz gibt es hierbei zwischen den einzelnen Kämpfen nur gnadenlos hässliche Standbilder zu sehen, welche die Motivation weiterzuspielen sehr schnell sinken lassen.
 
Die Grafik sieht für Playstation-Verhältnisse sehr gut aus. Dies gilt auch für die Animationen der Kämpfer, wobei es leider nur jeweils eine einzige Animation im Falle eines Sieges oder einer Niederlage gibt. Die gut realisierten Soundeffekte und insbesondere die superbe musikalische Untermalung, welche aufgrund der oben genannten, bekannten Gruppen, erreicht wird, sorgen für eine etwas besser gelaunte Miene des Spielers.
 
Anzumerken wäre noch, dass mit Blut nicht gespart wird, denn die Kämpfe hinterlassen deutliche Spuren in den Gesichtern der Kontrahenten und auch der Bildschirm bekommt schon den einen oder anderen Spritzer ab. Bei den Special Moves ist es zudem möglich, dem Gegner gekonnt den Arm zu brechen. Diese Aktion wird zusätzlich noch durch eine Art kurze Röntgenaufnahme dargestellt.
 
Fazit: Die erste Regel des Fight Club lautet: "Ihr verliert kein Wort über den Fight Club!". Dies wird wohl auch für das Spiel sehr bald gelten, denn es dürfte recht schnell wieder in Vergessenheit geraten.
 
Eine gute Lizenz und die original Filmmusik machen zusammen noch kein gutes Spiel. An ein Def Jam oder Mortal Combat kommt es nicht einmal annähernd heran und kann deshalb nur dem harten Kern der Fight Club Fans, welche auch großzügig darüber hinwegsehen können, dass Tyler Durden in keinster Weise Brad Pitt oder Edward Norton ähnelt, empfohlen werden.
 
Aufgrund der darin enthalten expliziten Gewaltdarstellungen ist es zudem nur für ein erwachsenes Publikum geeignet.
 
Plattformen: PS2 (getestet), Xbox
Publisher: Sierra (Vivendi Universal Games)
Krone.at-Wertung: 51%
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