01.01.2022 07:21 |

Zahlreiche Unfälle

Kugelbomben-Explosion reißt 23-Jährigen in den Tod

Die zahlreichen Feuerwerke und Silvesterknaller blieben auch beim vergangenen Jahreswechsel nicht ohne Folgen: Besonders dramatisch endete die Silvesternacht im Bezirk Baden in Niederösterreich - hier wurde ein 23-jähriger Mann beim Zünden einer sogenannten Kugelbombe getötet, ein weiterer wurde schwer verletzt. Niederösterreich vermeldete in Summe die schlimmste Silvesterbilanz seit Jahren. Auch in den übrigen Bundesländern kam es immer wieder zu kritischen Situationen mit pyrotechnischen Gegenständen.

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Die Männer in Baden hatten sich mit rund acht weiteren Personen auf einer Wiese im Gemeindegebiet von Klausen Leopoldsdorf getroffen, um die Silvesternacht zu feiern. Dabei zündeten sie auch sogenannte Kugelbomben. Eines der explosiven Objekte detonierte aber nicht sogleich. Darum näherten sich vier Personen dem Feuerwerkskörper, der dann doch noch plötzlich explodierte.

Ein 23-Jähriger aus dem Bezirk wurde dabei tödlich verletzt. Ein 21-Jähriger erlitt schwere Verletzungen, eine 19-Jährige und eine weitere männliche Person wurden leicht verletzt, berichtete die Polizei, die gegen 0.30 Uhr alarmiert wurde.

Verletzte in umliegende Spitäler gebracht
Die Verletzten wurden nach der Versorgung durch Rettungskräfte vor Ort in umliegende Spitäler verbracht. Weitere Erhebungen zum Unfallhergang werden durch eine Kriminaldienststreife des Bezirks und die Bediensteten der Polizeiinspektion Alland durchgeführt. Es befindet sich ebenfalls ein sprengstoffkundiges Organ zur Überprüfung der pyrotechnischen Gegenstände vor Ort, teilte die Polizei mit.

Insgesamt wurden in Niederösterreich in der Silvesternacht 221 Notfalleinsätze vermeldet - um 13 mehr als im Vorjahr. Es kam dabei zu 17 teils schweren Unfällen mit Feuerwerkskörpern, das ist laut Notruf NÖ die schlimmste Silvesterbilanz seit Jahren. In Weiden a. d. March im Bezirk Gänserndorf hantierte zudem ein 28-Jähriger in der Silvesternacht mit einer Schrotflinte. Als ihm das Gewehr zu Boden fiel, löste sich ein Schuss und traf eine Frau (20) ins Bein.

Silvester-Einsatzbilanz in Wien
Zwei Jugendliche verletzten sich in Wien-Floridsdorf in der Silvesternacht beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern schwer. In Simmering verletzte sich ein 33-Jähriger vermutlich durch die Verwendung von Pyrotechnik schwer im Gesicht. In der Silvesternacht wurden zudem drei Männer wegen häuslicher Gewalt festgenommen.

Rakete in Tirol explodiert
Auch in Tirol kam es bei zwei Vorfällen mit pyrotechnischen Gegenständen zu teils schweren Verletzungen. In Weerberg wollte ein 19-jähriger Österreicher vor dem Wohnhaus eine Rakete zünden. Sein 59-jähriger Vater stand dabei direkt neben ihm. Als der 19-Jährige die Rakete an der Zündschnur anzünden wollte, explodierte diese plötzlich. Durch die Explosion wurde der 19-Jährige an beiden Augen schwer verletzt. Sein Vater erlitt eine Platzwunde an der linken Stirn und einen Gehörsturz.

In Achenkirch zündete ein 42-jähriger Österreicher zwei Feuerwerksbatterien der Klasse F2. Aufgrund einer Unterbrechung des Feuerwerks ging der Mann zu der Batterie. Genau in dem Moment, als er sich mit dem Gesicht oberhalb des Objektes befand, zündeten weitere Feuerwerkskörper und trafen ihn im Gesicht. Der Mann erlitt eine Rissquetschwunde unterhalb des linken Auges sowie eine Verletzung des Auges.

Gegen 2 Uhr musste die Feuerwehr in Völs ausrücken. Ein fehlgeleiteter Feuerwerkskörper führte dort an einem Mehrparteienhaus zu einem Brand auf einer Terrasse.

Fenstersturz in Oberösterreich
In Oberösterreich gab es in der Neujahrsnacht ebenfalls Verletzte und Beschädigungen: In St. Peter am Hart explodierte eine Rakete zu rasch, zwei Jugendliche wurden verletzt. In Wels stürzte ein 19-Jähriger vier Meter aus einem Fenster in die Tiefe. In Freistadt wurden ein Kanaldeckel gesprengt und eine Bushaltestelle demoliert. 

Schwere Handverletzung in Salzburg
In Ebenau in Salzburg wurde ein 35-jähriger Österreicher beim Hantieren mit einem pyrotechnischen Gegenstand an der Hand schwer verletzt. Er wurde ins UKH Salzburg gebracht. Ein zweiter Mann erlitt ebenfalls Verletzungen im Gesicht und an den Händen, konnte sich aber selbstständig ins Krankenhaus begeben, wie die Polizei am Neujahrstag mitteilte.

Eine leichte Steigerung der Einsätze im Vergleich zum Vorjahr und jede Menge Feuerwerk trotz des Pyrotechnikverbotes - das ist eine erste Bilanz der Exekutive in der Steiermark für die Silvesternacht. 

14-Jähriger in Kärnten von Knaller getroffen
In Kärnten wurde ein 14-jähriger Bub von einem Knaller getroffen. Ein unbekannter Mann hatte den Böller in der Nähe des Jugendlichen gezündet, als dieser gemeinsam mit seinem Vater in der Gemeinde Paternion, Bezirk Spittal an der Drau, im Freien Feuerwerke beobachtete. Durch die Detonation erlitt der Bub einen Gehörsturz.

Großbrände in Vorarlberg
In Vorarlberg haben am Silvesterabend und in der Silvesternacht drei Großbrände die Polizei in Atem gehalten. In Dornbirn gerieten zwei Wohnhäuser einer Wohnanlage in Brand geraten. 60 Personen mussten evakuiert werden, zehn erlitten Rauchgasvergiftungen.

Am Areal der Firma Kunert fingen mehrere Hallen Feuer, zwei Feuerwehrleute zogen sich ebenso Rauchgasvergiftungen zu. Und in einem Mehrparteienhaus in Bregenz wurden am Morgen 21 Menschen nach einem Brand evakuiert.

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