20.12.2021 10:00 |

Zugriff in Wien und NÖ

Polizei sprengt bisher größte Darknet-Drogenbande

Ermittler des Landeskriminalamts Wien und des Bundeskriminalamts haben in Wien die bisher größte Darknet-Drogenbande Österreichs gesprengt. Mit dem Verkauf ihrer Ware über das Internet hat die fünfköpfige Gruppe Umsätze in Millionenhöhe gemacht. Nun wurde die Bande verhaftet.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Laut den Ermittlern hatte die Bande in Wien und Niederösterreich Lagerhallen angemietet und dort fünf riesige Marihuana-Plantagen betrieben. Das dort erzeugte Suchtgift wurde über das Darknet in ganz Österreich verkauft. Die Ermittler berichteten der „Krone“ bei einem Hintergrundgespräch in Wien von mindestens 9000 Bestellungen - die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Bezahlt haben die Kunden die Drogen mit der Kryptowährung Bitcoin.

Bande hatte bei „Auslieferungsrunde“ Fünfjährigen dabei
Beim Kopf der seit 2011 aktiven Bande handelt es sich um einen 34-jährigen Österreicher, auch zwei Frauen waren Teil der Gruppe. Beim Zugriff am 8. Dezember befand sich die Gruppe auf „Auslieferungsrunde“: Eines der Mitglieder hatte als Tarnung sogar seinen fünfjährigen Sohn dabei.

Alle fünf Personen wurden festgenommen. Die Männer befinden sich in Untersuchungshaft, die Frauen wurden auf freiem Fuß angezeigt. Laut Nino Kirnbauer vom Landeskriminalamt Wien und Daniel Lichtenegger vom Bundeskriminalamt dürften die Kriminellen mit dem Verkauf der Ware in Österreich Umsätze in Millionenhöhe gemacht haben.

Anonymität im Darknet lockt Kriminelle an
Beim Darknet handelt es sich um einen nur über Anonymisierungsdienste wie TOR zugänglichen Teil des Internets, der in Suchmaschinen nicht auftaucht. Die Anonymität dort schätzen Whistleblower und Oppositionelle in autoritären Ländern, sie lockt allerdings auch Kriminelle an, die auf einschlägigen Marktplätzen Drogen und andere illegale Ware verkaufen.

Neben dem Darknet setzten Kriminelle zuletzt auch vermehrt auf den Messenger Telegram, der verschlüsselte Chats ermöglicht und von Kriminalisten als eine Art „mobiles Darknet“ umschrieben wurde.

Klaus Loibnegger
Klaus Loibnegger
 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mittwoch, 19. Jänner 2022
Wetter Symbol